Manzel, Sabine / Möllers, Laura (Hg.) (2018), Populismus und Politische Bildung, Wochenschau.
Rezension
Autorin: Lena Rosenacker
Der Sammelband „Populismus und politische Bildung“ geht auf eine Konferenz der Gesellschaft für Politikdidaktik und politische Jugend- und Erwachsenenbildung zurück. Das Buch soll dazu anregen, Herausforderungen zu diskutieren, die den Populismus und die politische Bildung betreffen. Es gliedert sich in sechs Teile. Der erste Teil ("Populismus und rechte Parteien aus Sicht der Politikwissenschaft") informiert über den Populismus in Europa sowie über dessen Erfolg.
Frank Decker beginnt mit einem Überblick über den deutschen und europäischen Populismus. Er veranschaulicht, dass der Rechtspopulismus von Land zu Land verschieden ist, jedoch geeint wird von dem identitären Gegenentwurf zu einem liberalen Politikverständnis. Die Wählerschaft sieht sich im allgemeinen als Verlierer, wobei damit nicht die tatsächliche soziale Lage gemeint ist, sondern empfundene Ängste bezogen auf die eigene Kultur. Decker spricht dabei von einer „soziokulturelle[n] Entwurzelung“. An diesem Punkt setzt der Rechtspopulismus an und versucht, ein „Wir-Gefühl“ in der Gesellschaft herzustellen.
Freitag, 25. Januar 2019
Donnerstag, 24. Januar 2019
Rezension zu Kai Hirschmann: Der Aufstieg des Nationalpopulismus
Hirschmann, Kai (2017), Der Aufstieg des Nationalpopulismus. Wie westliche Gesellschaften polarisiert werden. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.
Rezension
Autor: Timon Groß
2017 veröffentlichte Dr. Kai Hirschmann das Buch „Der Aufstieg des Nationalpopulismus“. Er ist Politikwissenschaftler am Zentrum Innere Führung der Bundeswehr in Koblenz. Des Weiteren ist er Hochschullehrer am Institut für politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn sowie stellvertretender Direktor des Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik (IFTUS) in Essen. Sein Buch erklärt den Nationalpopulismus und dessen Methoden, weiter die Gefahren, die sich durch diesen für unsere Gesellschaft sowie unser politisches System ergeben. Am Ende seines Buches gibt er konkrete Hinweise darauf, wie man dem Nationalpopulismus am besten begegnen sollte.
In Kapitel 1 („Der Nationalpopulismus als bürgerliche Gegenbewegung“) versucht Kai Hirschmann dem Leser sein Verständnis von Nationalpopulismus zu vermitteln. Es werden die verschiedenen Bestandteile sowie eine Unterscheidung zum Rechtspopulismus geliefert. Die klassische Unterscheidung zwischen links und rechts ausgerichteter Politik wird als ungenügend wie als nicht wirklich zutreffend bewertet, da die neue angeblich rechte Bewegung in Europa sich auch an eigentlich linken Themen bedient. Ein Beispiel hierfür ist die Globalisierungskritik, die ursprünglich von linken Parteien vertreten wurde. Jedoch wissen die neuen „Rechten“ deutlich besser, Kapital aus diesem Themenfeld zu schlagen, indem sie Ängste vor einer bürokratischen Politik durch zum Beispiel die EU schüren.
Rezension
Autor: Timon Groß
2017 veröffentlichte Dr. Kai Hirschmann das Buch „Der Aufstieg des Nationalpopulismus“. Er ist Politikwissenschaftler am Zentrum Innere Führung der Bundeswehr in Koblenz. Des Weiteren ist er Hochschullehrer am Institut für politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn sowie stellvertretender Direktor des Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik (IFTUS) in Essen. Sein Buch erklärt den Nationalpopulismus und dessen Methoden, weiter die Gefahren, die sich durch diesen für unsere Gesellschaft sowie unser politisches System ergeben. Am Ende seines Buches gibt er konkrete Hinweise darauf, wie man dem Nationalpopulismus am besten begegnen sollte.
In Kapitel 1 („Der Nationalpopulismus als bürgerliche Gegenbewegung“) versucht Kai Hirschmann dem Leser sein Verständnis von Nationalpopulismus zu vermitteln. Es werden die verschiedenen Bestandteile sowie eine Unterscheidung zum Rechtspopulismus geliefert. Die klassische Unterscheidung zwischen links und rechts ausgerichteter Politik wird als ungenügend wie als nicht wirklich zutreffend bewertet, da die neue angeblich rechte Bewegung in Europa sich auch an eigentlich linken Themen bedient. Ein Beispiel hierfür ist die Globalisierungskritik, die ursprünglich von linken Parteien vertreten wurde. Jedoch wissen die neuen „Rechten“ deutlich besser, Kapital aus diesem Themenfeld zu schlagen, indem sie Ängste vor einer bürokratischen Politik durch zum Beispiel die EU schüren.
Mittwoch, 23. Januar 2019
Rezension zu Hans-Peter Siebenhaar: Österreich - Die zerrissene Republik
Siebenhaar, Hans-Peter (2017), Österreich. Die zerrissene Republik, orell füssli (auch erhältlich als Lizenzausgabe bei der bpb).
Rezension
Autorin: Helena Haug
Gleich im Vorwort wird erklärt, warum Siebenhaar, eigentlich Deutscher, ausgerechnet ein Buch über den deutschen Nachbarn Österreich verfasst hat. Österreich sei seine Wahlheimat, er liebe es dort zu arbeiten und zu leben. Deshalb sei es ihm auch so wichtig, derart kritisch auf das Land zu blicken. Österreich brauche einen Weckruf, eine generelle Änderung des Systems auf vielen Ebenen, um „gerettet“ zu werden. Diese Ebenen werden im Buch systematisch in 14 Kapiteln aufgearbeitet.
Von ökonomischen, wirtschaftlichen und politischen Standpunkten bis zur historischen Entwicklung der Einstellungen in Österreich wird die Gesamtsituation des Landes aufgearbeitet und zum Aufstieg der FPÖ in Verhältnis gesetzt. Die Zerrissenheit Österreichs zieht sich als Motiv durch das ganze Buch. In jedem genannten Aspekt wird ein Bezug zur Zerrissenheit hergestellt. Klar wird, Siebenhaar sieht mit dem bisherigen System keine, oder zumindest keine rosige, Zukunft für Österreich voraus. Die Widersprüche im System seien zu groß, um zukunftsfähig zu sein. 2005 noch als Vorbild für Deutschland bezeichnet, sieht die Situation heute ganz anders aus.
Österreich mit seinen vielen Außengrenzen und als Verbindung von Ost und West sei eigentlich auf Weltoffenheit, Toleranz und Fremdenfreundlichkeit angewiesen. Sie sei Grundstock für eine funktionierende Wirtschaft und damit für den Wohlstand und den Lebensstandard im Land. Doch genau damit, so Siebenhaar, hapert es. Wenn Grenzen zugemacht werden, dann werde auch der Handel und die Kommunikation mit anderen Ländern schwierig. Dabei sei genau das gerade schon der Fall. Ungünstige Steuermaßnahmen und ein zu hoher Demokratieaufwand treiben ausländische und auch einheimische Firmen aus dem Land und Österreich werde „abgelöst“.
Rezension
Autorin: Helena Haug
Gleich im Vorwort wird erklärt, warum Siebenhaar, eigentlich Deutscher, ausgerechnet ein Buch über den deutschen Nachbarn Österreich verfasst hat. Österreich sei seine Wahlheimat, er liebe es dort zu arbeiten und zu leben. Deshalb sei es ihm auch so wichtig, derart kritisch auf das Land zu blicken. Österreich brauche einen Weckruf, eine generelle Änderung des Systems auf vielen Ebenen, um „gerettet“ zu werden. Diese Ebenen werden im Buch systematisch in 14 Kapiteln aufgearbeitet.
Von ökonomischen, wirtschaftlichen und politischen Standpunkten bis zur historischen Entwicklung der Einstellungen in Österreich wird die Gesamtsituation des Landes aufgearbeitet und zum Aufstieg der FPÖ in Verhältnis gesetzt. Die Zerrissenheit Österreichs zieht sich als Motiv durch das ganze Buch. In jedem genannten Aspekt wird ein Bezug zur Zerrissenheit hergestellt. Klar wird, Siebenhaar sieht mit dem bisherigen System keine, oder zumindest keine rosige, Zukunft für Österreich voraus. Die Widersprüche im System seien zu groß, um zukunftsfähig zu sein. 2005 noch als Vorbild für Deutschland bezeichnet, sieht die Situation heute ganz anders aus.
Österreich mit seinen vielen Außengrenzen und als Verbindung von Ost und West sei eigentlich auf Weltoffenheit, Toleranz und Fremdenfreundlichkeit angewiesen. Sie sei Grundstock für eine funktionierende Wirtschaft und damit für den Wohlstand und den Lebensstandard im Land. Doch genau damit, so Siebenhaar, hapert es. Wenn Grenzen zugemacht werden, dann werde auch der Handel und die Kommunikation mit anderen Ländern schwierig. Dabei sei genau das gerade schon der Fall. Ungünstige Steuermaßnahmen und ein zu hoher Demokratieaufwand treiben ausländische und auch einheimische Firmen aus dem Land und Österreich werde „abgelöst“.
Montag, 21. Januar 2019
Rezension zu Jacques de Saint Victor: Die Antipolitischen
Saint Victor, Jacques de (2015), Die Antipolitischen, Hamburger Edition (auch erhältlich als Lizenzausgabe bei der bpb).
Rezension
Autor: Suat Eren Cagla
2014 veröffentlichte der französische Jurist, Schriftsteller und Literaturkritiker Jacques de Saint Victor sein Werk „Les Antipolitiques“ in französischer Sprache, welches im Jahr 2015 zusammen mit einem Kommentar von Raymond Guess in deutscher Übersetzung veröffentlicht wurde.
Der Autor beschreibt in seinem Werk eine langsam aber sicher anwachsende Bewegung mit dem Ziel, mehr direkte Demokratie haben zu wollen. Diese Bewegung verbreitet sich mithilfe des Internet rasant und gewinnt immer mehr Anhänger via Facebook, Twitter und YouTube. Victor bezeichnet diese aufsteigende Gruppierung als „Die Antipolitischen“.
Rezension
Autor: Suat Eren Cagla
2014 veröffentlichte der französische Jurist, Schriftsteller und Literaturkritiker Jacques de Saint Victor sein Werk „Les Antipolitiques“ in französischer Sprache, welches im Jahr 2015 zusammen mit einem Kommentar von Raymond Guess in deutscher Übersetzung veröffentlicht wurde.
Der Autor beschreibt in seinem Werk eine langsam aber sicher anwachsende Bewegung mit dem Ziel, mehr direkte Demokratie haben zu wollen. Diese Bewegung verbreitet sich mithilfe des Internet rasant und gewinnt immer mehr Anhänger via Facebook, Twitter und YouTube. Victor bezeichnet diese aufsteigende Gruppierung als „Die Antipolitischen“.
Sonntag, 20. Januar 2019
Rezension zu Ruth Wodak: Politik mit der Angst
Wodak, Ruth (2016), Politik mit der Angst. Zur Wirkung rechtspopulistischer Diskurse, Edition Konturen.
Rezension
Autorin: Alena Knöllinger
Rezension
Autorin: Alena Knöllinger
„Obwohl ich im Jahr 2000 davon überzeugt war, dass Rechtspopulismus sich nicht als kurzlebige Erscheinung erweisen würde, hätten sich wahrscheinlich nur sehr wenige Wissenschaftler vorstellen können, dass diese Parteien im Jahr 2014 in der Lage sein würden, die Wahlen zum Europäischen Parlament in Frankreich und Großbritannien zu gewinnen […]“ (Wodak 2016, 203).Ruth Wodak stellt in ihrem Buch „Politik mit der Angst“ in erster Linie den Aufstieg rechtspopulistischer Parteien dar. Sie beschäftigt sich primär mit den folgenden Fragen:
- Warum sind diese Parteien so erfolgreich?
- Sind allgemeine Muster erkennbar?
- Wie ziehen sie so viele Wählerinnen und Wähler an?
Freitag, 18. Januar 2019
Rezension zu Niedermeier/Ridder: Das Brexit-Referendum
Niedermeier, Alexander / Ridder, Wolfram (2017), Das Brexit-Referendum. Hintergründe, Streitthemen, Perspektiven, Springer.
Rezension
Autor: Leo Buchholz
2017 veröffentlichen Alexander Niedermeier und Wolfram Ridder, die beide am Institut für Politische Wissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg tätig sind, bei Springer Fachmedien in Wiesbaden einen der sogenannten ‚essential‘ über das Brexit-Referendum von 2015. Sie setzen sich in diesem kurzen Werk mit dem historischen Rahmen, der Kampagne und den Nachwirkungen dieses Referendums auseinander.
Inhaltlich beginnen die beiden mit der Rolle Großbritanniens in der EU, den Voraussetzungen und dem historischen Werdegang des Verhältnisses zwischen EG/EU und Großbritannien. Entgegen aller Prognosen entschied sich mit Großbritannien zum ersten Mal ein Staat, aus der EU auszutreten. Die Briten waren schon lange ein europaskeptisches Volk, obwohl sich besonders Umwelt-, Wirtschafts- und Regionalpolitik europäisiert hatten (das gilt nicht für Schottland).
Diese europaskeptische Einstellung tritt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf, wo Churchill einerseits Vereinigte Staaten von Europa fordert, gleichzeitig aber Großbritannien außen vor halten wollte. Vor allem wirtschaftliches Kalkül, also der europäische Binnenmarkt trieben das Vereinigte Königreich dann 1971 in die EWG. Die Uneinigkeit, die damals schon auftrat, gipfelte dann im ersten Europa-Referendum von 1975, bei dem der Brexit abgewendet wurde und Großbritannien von nun an in der EG verblieb.
Rezension
Autor: Leo Buchholz
2017 veröffentlichen Alexander Niedermeier und Wolfram Ridder, die beide am Institut für Politische Wissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg tätig sind, bei Springer Fachmedien in Wiesbaden einen der sogenannten ‚essential‘ über das Brexit-Referendum von 2015. Sie setzen sich in diesem kurzen Werk mit dem historischen Rahmen, der Kampagne und den Nachwirkungen dieses Referendums auseinander.
Inhaltlich beginnen die beiden mit der Rolle Großbritanniens in der EU, den Voraussetzungen und dem historischen Werdegang des Verhältnisses zwischen EG/EU und Großbritannien. Entgegen aller Prognosen entschied sich mit Großbritannien zum ersten Mal ein Staat, aus der EU auszutreten. Die Briten waren schon lange ein europaskeptisches Volk, obwohl sich besonders Umwelt-, Wirtschafts- und Regionalpolitik europäisiert hatten (das gilt nicht für Schottland).
Diese europaskeptische Einstellung tritt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf, wo Churchill einerseits Vereinigte Staaten von Europa fordert, gleichzeitig aber Großbritannien außen vor halten wollte. Vor allem wirtschaftliches Kalkül, also der europäische Binnenmarkt trieben das Vereinigte Königreich dann 1971 in die EWG. Die Uneinigkeit, die damals schon auftrat, gipfelte dann im ersten Europa-Referendum von 1975, bei dem der Brexit abgewendet wurde und Großbritannien von nun an in der EG verblieb.
Mittwoch, 16. Januar 2019
Instrumentalisierung der Medien durch Populisten
Zum wiederholten Mal platzt dem Spiegel Online-Kolumnisten Sascha Lobo eloquent die Hutschnur, wenn er über die Verantwortung des Journalismus im Zeitalter Trumps schreibt. Heraus kommt ein lesenswerter Text zur Vertiefung und Nachbereitung unseres Abschnitts zu rhetorischen Strategien der Populisten: "So kann es nicht weitergehen".
Montag, 14. Januar 2019
Rezension zu Hochschilds "Strangers in their own land"
Hier im Blog ist schon vor über einem Jahr eine Rezension zu dem herausragenden Buch "Strangers in their own land" von Arlie Russell Hochschild erschienen. Nun hat der Rezensions-Blog der London School of Economics and Political Science nachgezogen und eine lesenswerte Rezension zu dem - zwischenzeitlich auch auf deutsch erhältlichen - Buch veröffentlicht: Tim Winzler: Hands in the Oily Kitchen Sink
Sonntag, 13. Januar 2019
Porträt der Dänischen Volkspartei
Ein Grenzzaun zwischen dem dänischen Jütland und Schleswig-Holstein. Ein Gesetz, das Kindern aus sogenannten Ghetto-Bezirken eine abendliche Sperrstunde verordnet, dessen Einhaltung durch elektronische Fußketten überwacht wird. Ein Gesetz, das religiös motiviert getragene Bärte im Gesundheitswesen verbieten soll. Hätte die Dänische Volkspartei die Macht im dänischen Parlament, dann wären Gesetze und Forderungen wie diese wohl keine gruselige Dystopie, sondern Wirklichkeit.
Immer wieder macht die Partei Schlagzeilen mit fremdenfeindlichen Aussagen und provozierenden Werbekampagnen, auch weit über die dänischen Grenzen hinaus. Die Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti, kurz: DF) ist längst keine Randerscheinung mehr, sondern hat 24 Jahre nach ihrer Gründung einen festen Platz in der politischen Landschaft Dänemarks und als Mehrheitsbeschafferin der Regierung einen erheblichen Einfluss auf die Politik des Landes.
Doch ist diese Partei, die sich nach der letzten Europawahl klar von Geert Wilders' Partij voor de Vrijheid und Le Pens Rassemblement National distanzierte, eine typisch rechtspopulistische? Wie schafft es die DF trotz radikaler Äußerungen, fast ein Drittel der eigentlich als liberal geltenden dänischen Bevölkerung zu überzeugen?
Dieser Blogeintrag soll diesen und weiteren Fragen nachgehen. Dazu wird in einem ersten Schritt die Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Partei mit Blick auf die Wurzeln des dänischen Wohlfahrtsstaats erläutert. Außerdem werden kurz die Wählerschaft und die wichtigsten politischen Inhalte und Ziele der Partei beschrieben. Im Anschluss soll mithilfe einer Kriterienanalyse festgestellt werden, ob die DF als klassische rechtspopulistische Partei angesehen werden kann oder inwiefern sie eventuell nicht in das Muster passt. Zum Abschluss wird versucht, den politischen Erfolg der Partei zu erklären und ein Gesamtfazit zu ziehen.
Immer wieder macht die Partei Schlagzeilen mit fremdenfeindlichen Aussagen und provozierenden Werbekampagnen, auch weit über die dänischen Grenzen hinaus. Die Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti, kurz: DF) ist längst keine Randerscheinung mehr, sondern hat 24 Jahre nach ihrer Gründung einen festen Platz in der politischen Landschaft Dänemarks und als Mehrheitsbeschafferin der Regierung einen erheblichen Einfluss auf die Politik des Landes.
Doch ist diese Partei, die sich nach der letzten Europawahl klar von Geert Wilders' Partij voor de Vrijheid und Le Pens Rassemblement National distanzierte, eine typisch rechtspopulistische? Wie schafft es die DF trotz radikaler Äußerungen, fast ein Drittel der eigentlich als liberal geltenden dänischen Bevölkerung zu überzeugen?
Dieser Blogeintrag soll diesen und weiteren Fragen nachgehen. Dazu wird in einem ersten Schritt die Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Partei mit Blick auf die Wurzeln des dänischen Wohlfahrtsstaats erläutert. Außerdem werden kurz die Wählerschaft und die wichtigsten politischen Inhalte und Ziele der Partei beschrieben. Im Anschluss soll mithilfe einer Kriterienanalyse festgestellt werden, ob die DF als klassische rechtspopulistische Partei angesehen werden kann oder inwiefern sie eventuell nicht in das Muster passt. Zum Abschluss wird versucht, den politischen Erfolg der Partei zu erklären und ein Gesamtfazit zu ziehen.
Donnerstag, 10. Januar 2019
Rezension zu Alt/Schiffer: Angela Merkel ist Hitlers Tochter
Alt, Christian / Schiffer, Christian (2018), Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Im Land der Verschwörungstheorien, Hanser.
Autorin: Saskia Zimbra Matter
Rezension
Dieses Buch wurde von den befreundeten Autoren Christian Schiffer und Christian Alt geschrieben, die es sich zum Ziel gemacht hatten, dem Bullshit in der Welt Einhalt zu gebieten und an die Vernunft der Menschen zu appellieren, den Mut, nicht jeden Mist zu glauben, nur weil es theoretisch vielleicht ja schon wahr sein könnte.
Beide waren es leid, sich immer öfter auch im engeren Bekanntenkreis mit Diskussionen um alternative Fakten, Fake News oder die neuste Enthüllung von Udo Ulfkotte (regelmäßig vertreten in der Spiegel-Bestsellerliste, u.a. mit „Gekaufte Journalisten“) herumzuschlagen, bei der sich in der Regel schlussendlich keiner als Gewinner entpuppt. Denn wie sich auf ihrer 3-jährigen Reise durch das Paralleluniversum der Verschwörungstheorien herausstellte, reichen Fakten im Fall von Hard Core-Verschwörungstheoretikern à la Reichsbürger oder Flat Earthler nicht aus.
Autorin: Saskia Zimbra Matter
Rezension
Dieses Buch wurde von den befreundeten Autoren Christian Schiffer und Christian Alt geschrieben, die es sich zum Ziel gemacht hatten, dem Bullshit in der Welt Einhalt zu gebieten und an die Vernunft der Menschen zu appellieren, den Mut, nicht jeden Mist zu glauben, nur weil es theoretisch vielleicht ja schon wahr sein könnte.
Beide waren es leid, sich immer öfter auch im engeren Bekanntenkreis mit Diskussionen um alternative Fakten, Fake News oder die neuste Enthüllung von Udo Ulfkotte (regelmäßig vertreten in der Spiegel-Bestsellerliste, u.a. mit „Gekaufte Journalisten“) herumzuschlagen, bei der sich in der Regel schlussendlich keiner als Gewinner entpuppt. Denn wie sich auf ihrer 3-jährigen Reise durch das Paralleluniversum der Verschwörungstheorien herausstellte, reichen Fakten im Fall von Hard Core-Verschwörungstheoretikern à la Reichsbürger oder Flat Earthler nicht aus.
Sonntag, 6. Januar 2019
Rezension zu Reinhard Olschanski: Der Wille zum Feind
Olschanski, Reinhard (2017), Der Wille zum Feind. Über populistische Rhetorik, Wilhelm Fink.
Rezension
Autorin: Katharina Hermann
In Reinhard Olschanskis Buch „Der Wille zum Feind“ geht es um die populistische Rede und ihre Rhetorik, dabei geht er der Frage auf den Grund, was die entscheidenden Unterschiede zur politischen Rede sind und wie der Redner eine Verbindung zu seinem Publikum aufbaut.
Zu Beginn des Buches wird man mit einigen Methoden der populistischen Rede bekannt gemacht, wie z.B. der Erhabenheit gegenüber dem Gegner und gleichzeitig Betonung der „Mittelmäßigkeit“ des Redners, es geht um die schweigende, vergessene Mehrheit und um den wichtigsten Punkt jeder populistischen Rede: dem Wille zum Feind, der alles antreibt. All diese Punkte und weitere tauchen anschließend in den Kapiteln wieder auf und malen so ein deutliches Bild der populistischen Rede.
Im ersten Kapitel beschreibt der Autor das rhetorische Dreieck, das aus dem Redner, seinen Zuhörern und einem dritten Gegenstand besteht, der dem Redner dabei hilft, seine Hörer zu erreichen. Dieser Gegenstand ist in der populistischen Rede immer der Feind, so wird aus der Rede stets eine aggressive und verletzende Handlung, die niemals nur sachlich bleibt. Es sollen dabei Hass und Vorurteile geschürt werden.
Rezension
Autorin: Katharina Hermann
In Reinhard Olschanskis Buch „Der Wille zum Feind“ geht es um die populistische Rede und ihre Rhetorik, dabei geht er der Frage auf den Grund, was die entscheidenden Unterschiede zur politischen Rede sind und wie der Redner eine Verbindung zu seinem Publikum aufbaut.
Zu Beginn des Buches wird man mit einigen Methoden der populistischen Rede bekannt gemacht, wie z.B. der Erhabenheit gegenüber dem Gegner und gleichzeitig Betonung der „Mittelmäßigkeit“ des Redners, es geht um die schweigende, vergessene Mehrheit und um den wichtigsten Punkt jeder populistischen Rede: dem Wille zum Feind, der alles antreibt. All diese Punkte und weitere tauchen anschließend in den Kapiteln wieder auf und malen so ein deutliches Bild der populistischen Rede.
Im ersten Kapitel beschreibt der Autor das rhetorische Dreieck, das aus dem Redner, seinen Zuhörern und einem dritten Gegenstand besteht, der dem Redner dabei hilft, seine Hörer zu erreichen. Dieser Gegenstand ist in der populistischen Rede immer der Feind, so wird aus der Rede stets eine aggressive und verletzende Handlung, die niemals nur sachlich bleibt. Es sollen dabei Hass und Vorurteile geschürt werden.
Samstag, 29. Dezember 2018
Rezension zu Herbert Auinger: Die FPÖ
Auinger, Herbert (2017), Die FPÖ. Blaupause der Neuen Rechten in Europa, Promedia.
Rezension
Autor: Moritz Gaus
In diesem Buch beschäftigt sich der Politikwissenschaftler und Hörfunkjournalist Herbert Auinger auf knapp 200 Seiten mit dem Parteiprogramm und der Weltanschauung der rechtspopulistischen Partei FPÖ (Freiheitliche Partei Österreich), einer der größten Parteien Österreichs.
In einer kurzen Einleitung erläutert Auinger das Ziel, welches er mit Schreiben des Buches erreichen will: Genaue Kritik an der Weltanschauung der neuen Rechten üben. Die öffentliche Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Parteien seien, zu seinem Missfallen, geprägt von unwahren Unterstellungen.
Rezension
Autor: Moritz Gaus
In diesem Buch beschäftigt sich der Politikwissenschaftler und Hörfunkjournalist Herbert Auinger auf knapp 200 Seiten mit dem Parteiprogramm und der Weltanschauung der rechtspopulistischen Partei FPÖ (Freiheitliche Partei Österreich), einer der größten Parteien Österreichs.
In einer kurzen Einleitung erläutert Auinger das Ziel, welches er mit Schreiben des Buches erreichen will: Genaue Kritik an der Weltanschauung der neuen Rechten üben. Die öffentliche Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Parteien seien, zu seinem Missfallen, geprägt von unwahren Unterstellungen.
Samstag, 22. Dezember 2018
Rezension zu Johannes Hillje: Propaganda 4.0
Hillje, Johannes (2017), Propaganda 4.0. Wie rechte Populisten Politik machen, Dietz.
Rezension
Autorin: Ina-Marie Schnelle
In seinem 2017 veröffentlichen Buch „Propaganda 4.0“ versucht Johannes Hillje zu erörtern und zu erklären, mit welchen Kommunikationsstrategien rechte Populisten versuchen, uns zu beeinflussen, und in was für einem Verhältnis sie dabei zu verschiedenen Medien stehen. Insbesondere geht er dabei auf die AfD ein, aber auch andere europäische Parteien werden zum Vergleich herangezogen.
Johannes Hillje wurde 1985 geboren und hat an der London School of Economics einen Master in Politics and Communication und an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz einen Magister in Politikwissenschaft und Publizistik gemacht. Seitdem hat er viel Arbeitserfahrung gesammelt, indem er im Kommunikationsbereich der Vereinten Nationen in New York, oder in der heute.de-Redaktion des ZDF tätig war. Er arbeitete auch als Wahlkampfmanager der europäischen Grünen Partei bei der Europawahl 2014. Momentan ist er Politikberater in Brüssel und schreibt einen Blog namens www.RettetdieWahlen.eu.
Laut eigener Aussage lenkt das Buch den Fokus auf die Frage, „mit welchen Mitteln es dem Populismus gelingt, aus den heutigen gesellschaftlichen Verhältnissen politisches Kapital zu schlagen“ (S. 10). Um darauf eine Antwort zu finden, hat Hillje das Buch in drei Teile aufgeteilt. Er startet mit einem Intro, in dem er einen groben Überblick über den Inhalt des Buchs und seine wesentlichen Punkte gibt. Im ersten Teil, den er „Das Rennen nach rechts“ nennt, analysiert er, mit welchen Mitteln rechte Populisten Einfluss auf die Politik nehmen. Im zweiten Teil, „Propaganda 4.0“, geht es darum, wie rechte Populisten verschiedene Medien nutzen und in was für einem Verhältnis sie zu ihnen stehen. Im dritten und letzten Teil, „Demokratie 4.0“, werden Tipps, wie man rechtem Populismus entgegentreten kann, gegeben.
Rezension
Autorin: Ina-Marie Schnelle
In seinem 2017 veröffentlichen Buch „Propaganda 4.0“ versucht Johannes Hillje zu erörtern und zu erklären, mit welchen Kommunikationsstrategien rechte Populisten versuchen, uns zu beeinflussen, und in was für einem Verhältnis sie dabei zu verschiedenen Medien stehen. Insbesondere geht er dabei auf die AfD ein, aber auch andere europäische Parteien werden zum Vergleich herangezogen.
Johannes Hillje wurde 1985 geboren und hat an der London School of Economics einen Master in Politics and Communication und an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz einen Magister in Politikwissenschaft und Publizistik gemacht. Seitdem hat er viel Arbeitserfahrung gesammelt, indem er im Kommunikationsbereich der Vereinten Nationen in New York, oder in der heute.de-Redaktion des ZDF tätig war. Er arbeitete auch als Wahlkampfmanager der europäischen Grünen Partei bei der Europawahl 2014. Momentan ist er Politikberater in Brüssel und schreibt einen Blog namens www.RettetdieWahlen.eu.
Laut eigener Aussage lenkt das Buch den Fokus auf die Frage, „mit welchen Mitteln es dem Populismus gelingt, aus den heutigen gesellschaftlichen Verhältnissen politisches Kapital zu schlagen“ (S. 10). Um darauf eine Antwort zu finden, hat Hillje das Buch in drei Teile aufgeteilt. Er startet mit einem Intro, in dem er einen groben Überblick über den Inhalt des Buchs und seine wesentlichen Punkte gibt. Im ersten Teil, den er „Das Rennen nach rechts“ nennt, analysiert er, mit welchen Mitteln rechte Populisten Einfluss auf die Politik nehmen. Im zweiten Teil, „Propaganda 4.0“, geht es darum, wie rechte Populisten verschiedene Medien nutzen und in was für einem Verhältnis sie zu ihnen stehen. Im dritten und letzten Teil, „Demokratie 4.0“, werden Tipps, wie man rechtem Populismus entgegentreten kann, gegeben.
Freitag, 21. Dezember 2018
Rezension zu Everhard Holtmann: Völkische Feindbilder
Holtmann, Everhard (2018), Völkische Feindbilder. Ursprünge und Erscheinungsformen des Rechtspopulismus in Deutschland, bpb Bonn (Online-Version).
Rezension
Autorin: Tina Kieber
Das Buch beschäftigt sich mit drei zentralen Fragen:
Laut Holtmann sorgt Rechtspopulismus für Abgrenzung. Als Beispiel hierfür nennt er die Abschottung eines Landes von anderen Kulturen. Rechtspopulisten werden von Holtmann außerdem als sozialchauvinistisch bezeichnet, da für sie das eigene Volk an erster Stelle steht. Für Holtmann ist Rechtspopulismus „antimodern und ökonomisch rückwärtsgewandt“ (S. 10).
Als letztes Merkmal des Rechtspopulismus wird das sogenannte „Opferpathos“ (S. 13) genannt: Rechtspopulisten stellen sich immer als Opfer dar, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Sie arbeiten mit Emotionalisierung und Bedrohungen.
Am Ende seiner Definition von Rechtspopulismus betont der Autor nochmals die für ihn wichtigsten Merkmale:
Rezension
Autorin: Tina Kieber
Das Buch beschäftigt sich mit drei zentralen Fragen:
- Welche geistigen Vorläufer hat der Rechtspopulismus in Deutschland?
- Wie erklärt es sich, dass Rechtspopulismus ein Teil des parlamentarischen Systems von Deutschland werden konnte?
- Was sind gesellschaftliche Ursachen für den Aufstieg des Rechtspopulismus in Deutschland?
Laut Holtmann sorgt Rechtspopulismus für Abgrenzung. Als Beispiel hierfür nennt er die Abschottung eines Landes von anderen Kulturen. Rechtspopulisten werden von Holtmann außerdem als sozialchauvinistisch bezeichnet, da für sie das eigene Volk an erster Stelle steht. Für Holtmann ist Rechtspopulismus „antimodern und ökonomisch rückwärtsgewandt“ (S. 10).
Als letztes Merkmal des Rechtspopulismus wird das sogenannte „Opferpathos“ (S. 13) genannt: Rechtspopulisten stellen sich immer als Opfer dar, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Sie arbeiten mit Emotionalisierung und Bedrohungen.
Am Ende seiner Definition von Rechtspopulismus betont der Autor nochmals die für ihn wichtigsten Merkmale:
- Eine homogene Vorstellung vom Volk
- Eine Rückbesinnung auf den Vorrang des „eigenen Volkes“
- Eine Vorliebe für plebiszitäre politische Partizipation
- Eine politische Kriegserklärung an die etablierten Machteliten (vgl. S. 14)
Mittwoch, 19. Dezember 2018
Rezension zum Sammelband „Populismus – Gleichheit – Differenz“
Diendorfer, G.; Sandner, G.; Turek, E. (Hrsg.) (2017), Populismus – Gleichheit – Differenz. Herausforderungen für die politische Bildung, Wochenschau.
Rezension
Autorin: Vanessa Hofmaier
Das Buch „Populismus – Gleichheit – Differenz“ fasst die Inhalte der sechsten und siebten Jahrestagung der Interessengemeinschaft Politische Bildung (IGPB), welche 2015 und 2016 in Österreich stattgefunden haben, zusammen. Dabei ging es 2015 um „Populismus als Herausforderung für politische Bildung“ und 2016 um „Gleichheit und Differenz in der politischen Bildung“. Die Themen sind im Buch in Teil 1 und Teil 2 gegliedert. Dabei äußern sich verschiedene Mitglieder mit ihrem Beitrag, den sie in der Zusammenfassung als Buch veröffentlichen.
„Populismus in Westeuropa. Theoretische Einordnung und vergleichende Perspektiven“ von Frank Decker ist der Beginn des ersten Teils des Buches. Decker gibt einen Überblick über den Populismus und seine Entwicklung in Europa. Dabei teilt er die Erfolgsgeschichte der populistischen Parteien in eine Vorreiter-, Haupt- und Nachzüglerphase ein.
Rezension
Autorin: Vanessa Hofmaier
Das Buch „Populismus – Gleichheit – Differenz“ fasst die Inhalte der sechsten und siebten Jahrestagung der Interessengemeinschaft Politische Bildung (IGPB), welche 2015 und 2016 in Österreich stattgefunden haben, zusammen. Dabei ging es 2015 um „Populismus als Herausforderung für politische Bildung“ und 2016 um „Gleichheit und Differenz in der politischen Bildung“. Die Themen sind im Buch in Teil 1 und Teil 2 gegliedert. Dabei äußern sich verschiedene Mitglieder mit ihrem Beitrag, den sie in der Zusammenfassung als Buch veröffentlichen.
„Populismus in Westeuropa. Theoretische Einordnung und vergleichende Perspektiven“ von Frank Decker ist der Beginn des ersten Teils des Buches. Decker gibt einen Überblick über den Populismus und seine Entwicklung in Europa. Dabei teilt er die Erfolgsgeschichte der populistischen Parteien in eine Vorreiter-, Haupt- und Nachzüglerphase ein.
Dienstag, 18. Dezember 2018
Rezension zu Victor Klemperer: LTI
Klemperer, Victor (u.a. 2018), LTI. Notizbuch eines Philologen, Reclam.
Rezension
Autor: Michael Wottschel
Victor Klemperer, 1881 in Landsberg an der Warthe (Polen) geboren, war deutscher Philologe und Romanist. Bis 1935 war er als Professor an der Technischen Hochschule Dresden tätig, ehe er aufgrund seiner jüdischen Herkunft im Rahmen des Reichsbürgergesetzes aus dem Amt entlassen wurde. Dieses Gesetz schränkte die Rechte der jüdischen Bevölkerung stark ein und nahm Klemperer somit die Möglichkeit, wissenschaftlich tätig zu sein. Durch seine Frau, welche im Rahmen des Gesetzes als „arisch“ galt, gelangte Klemperer dennoch an Dokumente und Bücher, die er analysieren konnte. Sein Interesse lag hierbei hauptsächlich auf den Besonderheiten der nationalsozialistischen Sprache.
Im Jahr 1947 veröffentlichte er dann seine Abhandlung „LTI – Notizbuch eines Philologen“, die seine Ergebnisse in 36 Kapiteln zusammenfasst. Der Titel LTI ist die Abkürzung von „Lingua Tertii Imperii“ und bedeutet übersetzt „Sprache des Dritten Reiches“. Hierbei handelt sich nicht um ein reines Sachbuch mit wissenschaftlichen Sprachanalysen. Vielmehr sind auch typische Elemente eines Tagebuchs zu finden. So wird neben der Analyse der Begriffe auch geschildert, in welchem Zusammenhang diese im Leben des Autors vorkamen.
Das Buch bietet somit einen direkten Einblick in die Lebensrealität eines jüdischen Bürgers während der Machtperiode Hitlers und zeigt die damit einhergehenden Konsequenzen auf. Klemperer erzählt beispielsweise von seiner Untersuchung und Schikanierung durch die Gestapo. Auch beschrieb er Interaktionen mit anderen Menschen, die nicht Teil des Staatsapparates waren, wodurch deutlich wird, wie das Verhältnis des Volkes zur NSDAP war. So stelle sich heraus, dass nur ein bestimmter Teil ihrer Wähler überzeugte Nationalsozialisten waren.
In einem Gespräch mit einem Studenten, der Klemperer sehr nahestand, seien folgende Aussagen des Studenten gefallen: „Sie wollen doch nichts anderes als die Sozialisten“ und „Du nimmst das viel zu ernst […] Der Judenrummel dient nur Propagandazwecken. Du wirst sehen, wenn Hitler erst am Ruder ist, dann hat er anderes zu tun, als die Juden zu schimpfen“.
Die Machtergreifung scheint auch einer falschen Einschätzung der NSDAP durch das Volk geschuldet zu sein. Das erste Wort, welches Klemperer als konkret nazistisch empfunden hatte und als erstes in die LTI aufnahm, stammt ebenfalls von besagtem Studenten. Und zwar habe dieser eine „Strafexpedition“ für vermeintliche Kommunisten veranstaltet. Mit diesem Ereignis brach der Kontakt zu dem Studenten ab, und das Wort „Strafexpedition“ war das erste Wort, das Klemperer als konkret nazistisch wahrgenommen hatte.
Ob ein Wort als nazistisch eingestuft werden kann, hängt laut Klemperer nicht von dem Wort an sich ab, sondern von der durch die Nationalsozialisten implizierten Konnotation: „Denn ein Wort oder eine bestimmte Wortfärbung oder -wertung gewinnen erst da innerhalb einer Sprache Leben, sind sie erst da wirklich existent, wo sie in den Sprachgebrauch einer Gruppe oder Allgemeinheit eingehen und sich eine Zeitlang darin behaupten“.
Die Entscheidung, eine Abkürzung als Titel seines Werkes zu verwenden, ist bereits eine sprachliche Besonderheit, denn Abkürzungen waren ein wichtiges Merkmal der NS-Sprache. So sei zum Beispiel der Begriff „Knif“, welcher für die Aussage „kommt nicht in Frage“ steht, gängig gewesen. Die Verwendung von Abkürzungen entstammt, wie viele der von den Nationalsozialisten verwendeten Begriffe, dem Bereich der Technik. Diese Entlehnung technischer Begriffe hatte zum Ziel, Kompetenz und Rationalität auszustrahlen, Vorgänge zu mechanisieren und den Feind zu entmenschlichen.
So wurde aus der totalen Machtübernahme aller politischen Bereiche die aus der Elektrotechnik stammende „Gleichschaltung“, und statt von einem Massenmord wurde von „Säubern“ sowie der „Endlösung der Judenfrage“ gesprochen. Im Gegenzug wurden die wissenschaftlichen Disziplinen jedoch auch zensiert. Die Maßeinheit für die Frequenz „Hertz“ musste aufgrund ihres jüdischen Namensgebers ersetzt werden. Theorien von jüdischen Wissenschaftlern wie Albert Einstein durften nicht länger gelehrt werden. Durch die Verwendung vieler Fachbegriffe seien zudem viele Anglizismen und andere „undeutsche“ Wörter in der LTI vertreten.
Ebenfalls aus dem Amerikanischen übernommen sei „Der Fluch des Superlativs“. Dabei handelt es sich um den häufigen Gebrauch hoher Zahlen und Wörter wie „total“, um Dinge, wie zum Beispiel die militärische Stärke, größer und mächtiger wirken zu lassen. Der Unterschied zum Amerikanischen liege im mangelnden Wahrheitsgehalt der genannten Zahlen. Während Siege mit derartigen Übertreibungen künstlich glorifiziert wurden, wurden Niederlagen relativiert. So wurde nie von einer Niederlage sondern stehts von „Rückschlägen“ gesprochen. Begriffe wie „Niederlage“ oder „Rückzug“ wurden konsequent gemieden.
Die LTI sei außerdem geprägt von einer sprachlichen Armut. Bestimmte Begriffe wurden überproportional verwendet. Diese ständige Wiederholung sorgte für eine starke Verinnerlichung der Konzepte, die die Nationalsozialisten vermitteln wollten. Wörter wie „heroisch“ und „kämpferisch“ wurden stark mit nationalsozialistischen ideologischen Elementen verknüpft und oft in positiven Kontexten verwendet.
Auch bekamen Wörter eine ganz neue Konnotation. Das Wort „fanatisch“, welches vor der NS-Zeit negativ konnotiert war, gelangte während Hitlers Machtperiode zu einer positiven Konnotation. Dass das Wort nach der Niederlage wieder seine ursprüngliche Konnotation annahm, sei ein Indiz dafür, dass Sprachmuster unmittelbar mit Ideologie verknüpft sind. Der Begriff „System“ wurde in der LTI ausschließlich für die Weimarer Republik verwendet und besaß daher während dem Nationalsozialismus eine durchweg negative Konnotation.
In der geschriebenen Form der LTI wurde sehr oft das Stilmittel der ironischen Anführungszeichen verwendet, um oppositionelles Gedankengut zu verspotten. Mit dem Prozess des Gleichschaltens wurde die LTI in alle Bereiche des öffentlichen Lebens gebracht und wurde zur Volkssprache. So wurden die individuellen Sprachmuster verschiedener Gesellschaftsbereiche durch die einheitliche LTI ausgetauscht. Dies hatte eine Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie durch die Sprache zum Ziel, was laut Klemperer auch erheblich zur Indoktrination beitrug.
Die Bedeutung der Sprache bei der Vermittlung von Inhalten wird des Öfteren vom Autor betont. Diese kann nämlich auf mehrere Arten vermitteln. So unterscheidet Klemperer die inhaltliche Vermittlung des Gesagten von dem durch den Wortlaut implizierten Inhalt. Die beiden Inhalte können sich sogar widersprechen.
Neben der indoktrinativen Natur der Sprache geht Klemperer auch auf die Wirkung von Symboliken ein. Der Davidstern, den "Juden" ab dem 19. September 1941 offen auf der Kleidung tragen mussten, war in vielerlei Hinsicht mit subtilen Symboliken versetzt. So sei die gewählte Farbe des Sterns eine Farbe, die „heute noch Pest und Quarantäne bedeutet und bereits im Mittelalter die Kennfarbe der Juden war, die Farbe des Neides und der ins Blut getretenen Galle, die Farbe des „zu vermeidenden Bösen“. Selbst der Aufschrieb „Jude“ ähnelt in seiner Schrift dem Hebräischen, was die Fremdartigkeit des Jüdischen verstärken sollte.
Ausdrücke wie „zackig“ oder „auf Zack sein“ standen in Verbindung mit der Swastika oder den Runen. Die Verwendung von Runen sollte eine Verbindung zum „Urdeutschen“ herstellen. Die Symboliken sollten eine ähnliche Assoziationsstärke auslösen, wie es das christliche Kreuz oder der Davidstern taten und diese ideologisch ersetzen. So war es auch allen SA-Offizieren nicht gestattet, Mitglieder in der Kirche zu sein. Der Nationalsozialismus beanspruchte somit für sich selbst einen religiösen Status. Der religiöse Charakter und die daraus folgende Glorifizierung von Märtyrern hatte den Sinn, die Aufopferungsbereitschaft und den „Kampfgeist“ der Soldaten zu stärken. Hitler nahm dabei gewissermaßen die Rolle eines religiösen Oberhaupts ein. Auch benutzte die LTI religiöses Vokabular:
Auch der Sport spielte eine wichtige Rolle in der LTI. Da Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg der Wehrdienst innerhalb der Bevölkerung nicht gestattet war, tarnte man die Militarisierung unter dem Deckmantel der „körperlichen Ertüchtigung“. So wurden während des Krieges auch Begriffe, die aus dem Sport kamen, für kriegerische Aktionen verwendet, so beispielsweise der Ausdruck „auf Sieg kämpfen“.
Selbst auf die Namensgebung von Neugeborenen hatte die LTI ihren Einfluss. So wurden Namen aus dem Alten Testament wie beispielsweise Sara und Lea beim Standesamt für als „arisch“ geltende Kinder verboten. Diese sollten vorzugsweise germanische beziehungsweise nordische Namen wie Dieter, Detlef, Magrit oder Ingrid tragen. Jüdischen Bürgern hingegen wurden die zusätzlichen Namen Sara beziehungsweise Israel aufgezwungen.
Ortsnamen wurden ebenfalls „angedeutscht“, denn aus historischen Gründen gab es viele ursprünglich slawische Orte auf dem Gebiet des deutschen Reiches. Das Wort „Europa“ wurde nur im geographischen Sinne verwendet, da von der Wehrmacht erobertes Land als Deutsches Reich bezeichnet wurde. Der Begriff „Festung Europa“ wurde verwendet, um das „Europa“ der Nationalsozialisten von der Sowjetunion und dem Vereinigten Königreich abzugrenzen.
Die Lektüre des Buches verlangt einiges an Wissen über die französische Literatur von dem Leser, da Klemperer des Öfteren auf diese anspielt. Neben dem sprachwissenschaftlichen Aspekt, welcher das Buch zu einem der wichtigsten Werke der Sprachanalyse des NS-Regimes macht, bietet der dokumentarische Aspekt einen zusätzlichen Anreiz zur Lektüre. Die zunehmende Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung wird aus erster Hand wiedergegeben und bietet einen umfassenden Einblick in die Lebensrealität während der NS-Zeit.
Die Bedeutung des Werkes wird an der konstanten Relevanz und Aktualität seit seinem Erscheinen 1947 deutlich. So lassen sich anhand des Buches Parallelen zwischen der Rhetorik des Nationalsozialismus und der moderner Populisten analysieren und aufzeigen. Daher ist Victor Klemperers Abhandlung „LTI – Notizbuch eines Philologen“ auch heute noch unersetzlich.
Informationen zu Victor Klemperer: https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Klemperer (abgerufen am 17.12.2018)
Rezension
Autor: Michael Wottschel
Victor Klemperer, 1881 in Landsberg an der Warthe (Polen) geboren, war deutscher Philologe und Romanist. Bis 1935 war er als Professor an der Technischen Hochschule Dresden tätig, ehe er aufgrund seiner jüdischen Herkunft im Rahmen des Reichsbürgergesetzes aus dem Amt entlassen wurde. Dieses Gesetz schränkte die Rechte der jüdischen Bevölkerung stark ein und nahm Klemperer somit die Möglichkeit, wissenschaftlich tätig zu sein. Durch seine Frau, welche im Rahmen des Gesetzes als „arisch“ galt, gelangte Klemperer dennoch an Dokumente und Bücher, die er analysieren konnte. Sein Interesse lag hierbei hauptsächlich auf den Besonderheiten der nationalsozialistischen Sprache.
Im Jahr 1947 veröffentlichte er dann seine Abhandlung „LTI – Notizbuch eines Philologen“, die seine Ergebnisse in 36 Kapiteln zusammenfasst. Der Titel LTI ist die Abkürzung von „Lingua Tertii Imperii“ und bedeutet übersetzt „Sprache des Dritten Reiches“. Hierbei handelt sich nicht um ein reines Sachbuch mit wissenschaftlichen Sprachanalysen. Vielmehr sind auch typische Elemente eines Tagebuchs zu finden. So wird neben der Analyse der Begriffe auch geschildert, in welchem Zusammenhang diese im Leben des Autors vorkamen.
Das Buch bietet somit einen direkten Einblick in die Lebensrealität eines jüdischen Bürgers während der Machtperiode Hitlers und zeigt die damit einhergehenden Konsequenzen auf. Klemperer erzählt beispielsweise von seiner Untersuchung und Schikanierung durch die Gestapo. Auch beschrieb er Interaktionen mit anderen Menschen, die nicht Teil des Staatsapparates waren, wodurch deutlich wird, wie das Verhältnis des Volkes zur NSDAP war. So stelle sich heraus, dass nur ein bestimmter Teil ihrer Wähler überzeugte Nationalsozialisten waren.
In einem Gespräch mit einem Studenten, der Klemperer sehr nahestand, seien folgende Aussagen des Studenten gefallen: „Sie wollen doch nichts anderes als die Sozialisten“ und „Du nimmst das viel zu ernst […] Der Judenrummel dient nur Propagandazwecken. Du wirst sehen, wenn Hitler erst am Ruder ist, dann hat er anderes zu tun, als die Juden zu schimpfen“.
Die Machtergreifung scheint auch einer falschen Einschätzung der NSDAP durch das Volk geschuldet zu sein. Das erste Wort, welches Klemperer als konkret nazistisch empfunden hatte und als erstes in die LTI aufnahm, stammt ebenfalls von besagtem Studenten. Und zwar habe dieser eine „Strafexpedition“ für vermeintliche Kommunisten veranstaltet. Mit diesem Ereignis brach der Kontakt zu dem Studenten ab, und das Wort „Strafexpedition“ war das erste Wort, das Klemperer als konkret nazistisch wahrgenommen hatte.
Ob ein Wort als nazistisch eingestuft werden kann, hängt laut Klemperer nicht von dem Wort an sich ab, sondern von der durch die Nationalsozialisten implizierten Konnotation: „Denn ein Wort oder eine bestimmte Wortfärbung oder -wertung gewinnen erst da innerhalb einer Sprache Leben, sind sie erst da wirklich existent, wo sie in den Sprachgebrauch einer Gruppe oder Allgemeinheit eingehen und sich eine Zeitlang darin behaupten“.
Die Entscheidung, eine Abkürzung als Titel seines Werkes zu verwenden, ist bereits eine sprachliche Besonderheit, denn Abkürzungen waren ein wichtiges Merkmal der NS-Sprache. So sei zum Beispiel der Begriff „Knif“, welcher für die Aussage „kommt nicht in Frage“ steht, gängig gewesen. Die Verwendung von Abkürzungen entstammt, wie viele der von den Nationalsozialisten verwendeten Begriffe, dem Bereich der Technik. Diese Entlehnung technischer Begriffe hatte zum Ziel, Kompetenz und Rationalität auszustrahlen, Vorgänge zu mechanisieren und den Feind zu entmenschlichen.
So wurde aus der totalen Machtübernahme aller politischen Bereiche die aus der Elektrotechnik stammende „Gleichschaltung“, und statt von einem Massenmord wurde von „Säubern“ sowie der „Endlösung der Judenfrage“ gesprochen. Im Gegenzug wurden die wissenschaftlichen Disziplinen jedoch auch zensiert. Die Maßeinheit für die Frequenz „Hertz“ musste aufgrund ihres jüdischen Namensgebers ersetzt werden. Theorien von jüdischen Wissenschaftlern wie Albert Einstein durften nicht länger gelehrt werden. Durch die Verwendung vieler Fachbegriffe seien zudem viele Anglizismen und andere „undeutsche“ Wörter in der LTI vertreten.
Ebenfalls aus dem Amerikanischen übernommen sei „Der Fluch des Superlativs“. Dabei handelt es sich um den häufigen Gebrauch hoher Zahlen und Wörter wie „total“, um Dinge, wie zum Beispiel die militärische Stärke, größer und mächtiger wirken zu lassen. Der Unterschied zum Amerikanischen liege im mangelnden Wahrheitsgehalt der genannten Zahlen. Während Siege mit derartigen Übertreibungen künstlich glorifiziert wurden, wurden Niederlagen relativiert. So wurde nie von einer Niederlage sondern stehts von „Rückschlägen“ gesprochen. Begriffe wie „Niederlage“ oder „Rückzug“ wurden konsequent gemieden.
Die LTI sei außerdem geprägt von einer sprachlichen Armut. Bestimmte Begriffe wurden überproportional verwendet. Diese ständige Wiederholung sorgte für eine starke Verinnerlichung der Konzepte, die die Nationalsozialisten vermitteln wollten. Wörter wie „heroisch“ und „kämpferisch“ wurden stark mit nationalsozialistischen ideologischen Elementen verknüpft und oft in positiven Kontexten verwendet.
Auch bekamen Wörter eine ganz neue Konnotation. Das Wort „fanatisch“, welches vor der NS-Zeit negativ konnotiert war, gelangte während Hitlers Machtperiode zu einer positiven Konnotation. Dass das Wort nach der Niederlage wieder seine ursprüngliche Konnotation annahm, sei ein Indiz dafür, dass Sprachmuster unmittelbar mit Ideologie verknüpft sind. Der Begriff „System“ wurde in der LTI ausschließlich für die Weimarer Republik verwendet und besaß daher während dem Nationalsozialismus eine durchweg negative Konnotation.
In der geschriebenen Form der LTI wurde sehr oft das Stilmittel der ironischen Anführungszeichen verwendet, um oppositionelles Gedankengut zu verspotten. Mit dem Prozess des Gleichschaltens wurde die LTI in alle Bereiche des öffentlichen Lebens gebracht und wurde zur Volkssprache. So wurden die individuellen Sprachmuster verschiedener Gesellschaftsbereiche durch die einheitliche LTI ausgetauscht. Dies hatte eine Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie durch die Sprache zum Ziel, was laut Klemperer auch erheblich zur Indoktrination beitrug.
Die Bedeutung der Sprache bei der Vermittlung von Inhalten wird des Öfteren vom Autor betont. Diese kann nämlich auf mehrere Arten vermitteln. So unterscheidet Klemperer die inhaltliche Vermittlung des Gesagten von dem durch den Wortlaut implizierten Inhalt. Die beiden Inhalte können sich sogar widersprechen.
„Was jemand willentlich verbergen will […]: die Sprache bringt es an den Tag.“.Im Zusammenhang mit der indoktrinativen Natur der LTI erwähnt Klemperer einen eigentlich gutmütigen Bekannten, der durch seine Karriere bei der Reichswehr all jene Charaktereigenschaften entwickelte, die die LTI ausprägen sollte. So wurde seine Individualität durch ein kollektivistisches Volksdenken ersetzt. Durch die LTI wurde die Bedeutungslosigkeit des Individuums suggeriert, da das Volk an oberster Stelle zu stehen hatte. Die Gleichschaltung der Sprache führte somit auch zur Gleichschaltung der Denkweise ihrer Nutzer.
Neben der indoktrinativen Natur der Sprache geht Klemperer auch auf die Wirkung von Symboliken ein. Der Davidstern, den "Juden" ab dem 19. September 1941 offen auf der Kleidung tragen mussten, war in vielerlei Hinsicht mit subtilen Symboliken versetzt. So sei die gewählte Farbe des Sterns eine Farbe, die „heute noch Pest und Quarantäne bedeutet und bereits im Mittelalter die Kennfarbe der Juden war, die Farbe des Neides und der ins Blut getretenen Galle, die Farbe des „zu vermeidenden Bösen“. Selbst der Aufschrieb „Jude“ ähnelt in seiner Schrift dem Hebräischen, was die Fremdartigkeit des Jüdischen verstärken sollte.
Ausdrücke wie „zackig“ oder „auf Zack sein“ standen in Verbindung mit der Swastika oder den Runen. Die Verwendung von Runen sollte eine Verbindung zum „Urdeutschen“ herstellen. Die Symboliken sollten eine ähnliche Assoziationsstärke auslösen, wie es das christliche Kreuz oder der Davidstern taten und diese ideologisch ersetzen. So war es auch allen SA-Offizieren nicht gestattet, Mitglieder in der Kirche zu sein. Der Nationalsozialismus beanspruchte somit für sich selbst einen religiösen Status. Der religiöse Charakter und die daraus folgende Glorifizierung von Märtyrern hatte den Sinn, die Aufopferungsbereitschaft und den „Kampfgeist“ der Soldaten zu stärken. Hitler nahm dabei gewissermaßen die Rolle eines religiösen Oberhaupts ein. Auch benutzte die LTI religiöses Vokabular:
„Der Nazismus wurde von Millionen als Evangelium hingenommen, weil er sich der Sprache des Evangeliums bediente.“Man sprach neben „dem Volk“ auch oft von „der Gefolgschaft“. Dass Hitlers Reden, trotz ihrer aufgehetzten und unmelodischen Natur, gut beim Volk ankamen, sieht Klemperer dem Umstand geschuldet, dass sie „dem vom ersten Weltkrieg geschwächten und seelisch zerrütteten deutschen Volkskörper“ in ihrer Wut und Verzweiflung gleichen und damit Repräsentationspunkte bieten würden. Als Beweggründe für den Krieg wird seitens Hitlers die Selbstverteidigung angegeben. Krieg würde man nicht gegen Länder führen, sondern allgemein gegen die Juden. Dies wird in der LTI als „Der Jüdische Krieg“ bezeichnet.
Auch der Sport spielte eine wichtige Rolle in der LTI. Da Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg der Wehrdienst innerhalb der Bevölkerung nicht gestattet war, tarnte man die Militarisierung unter dem Deckmantel der „körperlichen Ertüchtigung“. So wurden während des Krieges auch Begriffe, die aus dem Sport kamen, für kriegerische Aktionen verwendet, so beispielsweise der Ausdruck „auf Sieg kämpfen“.
Selbst auf die Namensgebung von Neugeborenen hatte die LTI ihren Einfluss. So wurden Namen aus dem Alten Testament wie beispielsweise Sara und Lea beim Standesamt für als „arisch“ geltende Kinder verboten. Diese sollten vorzugsweise germanische beziehungsweise nordische Namen wie Dieter, Detlef, Magrit oder Ingrid tragen. Jüdischen Bürgern hingegen wurden die zusätzlichen Namen Sara beziehungsweise Israel aufgezwungen.
Ortsnamen wurden ebenfalls „angedeutscht“, denn aus historischen Gründen gab es viele ursprünglich slawische Orte auf dem Gebiet des deutschen Reiches. Das Wort „Europa“ wurde nur im geographischen Sinne verwendet, da von der Wehrmacht erobertes Land als Deutsches Reich bezeichnet wurde. Der Begriff „Festung Europa“ wurde verwendet, um das „Europa“ der Nationalsozialisten von der Sowjetunion und dem Vereinigten Königreich abzugrenzen.
Die Lektüre des Buches verlangt einiges an Wissen über die französische Literatur von dem Leser, da Klemperer des Öfteren auf diese anspielt. Neben dem sprachwissenschaftlichen Aspekt, welcher das Buch zu einem der wichtigsten Werke der Sprachanalyse des NS-Regimes macht, bietet der dokumentarische Aspekt einen zusätzlichen Anreiz zur Lektüre. Die zunehmende Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung wird aus erster Hand wiedergegeben und bietet einen umfassenden Einblick in die Lebensrealität während der NS-Zeit.
Die Bedeutung des Werkes wird an der konstanten Relevanz und Aktualität seit seinem Erscheinen 1947 deutlich. So lassen sich anhand des Buches Parallelen zwischen der Rhetorik des Nationalsozialismus und der moderner Populisten analysieren und aufzeigen. Daher ist Victor Klemperers Abhandlung „LTI – Notizbuch eines Philologen“ auch heute noch unersetzlich.
Informationen zu Victor Klemperer: https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Klemperer (abgerufen am 17.12.2018)
Montag, 26. November 2018
Guardian: The New Populism
Wie ich in den verschiedenen seminarbegleitenden Blogs schon mehrfach betont habe, zählt der Guardian ohne Zweifel zu den weltweit besten Zeitungen. Und das hat er in den letzten Tagen einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt mit einer hervorragenden Artikelserie zum bestimmenden Thema der letzten Jahre (und auch unserem Seminarthema), dem Populismus. Zur Startseite des Schwerpunkts geht es hier: "The New Populism".
Zahlreiche lesenswerte Beiträge (und natürlich das Quiz, siehe voriges Posting) lohnen den Besuch. Auf einen besonders interessanten Beitrag sei gesondert hingewiesen: Einer der führenden Populismusforscher, der in Georgia in den USA lehrende Niederländer (und Gladbach-Fan sowie eifriger Twitterer), Cas Mudde, hat eine "personal reflection on the rise of the term populism and its problems" beigesteuert: "How populism became the concept that defines our age"...
Zahlreiche lesenswerte Beiträge (und natürlich das Quiz, siehe voriges Posting) lohnen den Besuch. Auf einen besonders interessanten Beitrag sei gesondert hingewiesen: Einer der führenden Populismusforscher, der in Georgia in den USA lehrende Niederländer (und Gladbach-Fan sowie eifriger Twitterer), Cas Mudde, hat eine "personal reflection on the rise of the term populism and its problems" beigesteuert: "How populism became the concept that defines our age"...
Mittwoch, 21. November 2018
Wie populistisch sind Sie?
Versäumen Sie nicht, das brandneue Populismus-Selbsteinschätzungs-Quiz des Guardian zu machen: https://www.theguardian.com/world/ng-interactive/2018/nov/21/how-populist-are-you-quiz
Mein Ergebnis:
Mein Ergebnis:
- am ähnlichsten: Barack Obama
- am wenigsten ähnlich: Donald Trump
Montag, 19. November 2018
MIDEM Jahresbericht: "Migration und Populismus"
MIDEM steht für Mercator Forum für Migration und Demokratie. Der Jahresbericht 2018 befasst sich mit dem Thema "Migration und Populismus" und setzt sich mit der Frage auseinander, inwieweit Migration den Populismus in Europa verursacht bzw. befördert. Dabei wird ein genauerer Blick auf die BRD geworfen, speziell auf Sachsen, sowie auf einige unserer europäischen Nachbarn. Der Report bildet eine gute Ergänzung zu den Inhalten aus dem Seminar: https://forum-midem.de/cms/data/fm/download/TUD_MIDEM_Jahresbericht2018_WEB_RZ_2.pdf
[Ein Beitrag von Saskia Zimbra Matter]
[Ein Beitrag von Saskia Zimbra Matter]
Sonntag, 18. November 2018
Protokoll zu den Länderstudien Niederlande, Großbritannien und Dänemark
Protokoll von Valerie Dede
Niederlande / PVV (Geert Wilders)
Wahlprogramm
1. „Deislamisierung“ als Hauptprogammpunkt
2. Austritt aus der EU, Unabhängigkeit der Niederlande
3. Einführung einer direkten Demokratie
4. Abschaffung der Eigenanteile bei Pflegekosten
5. Minderung der Mietpreise
6. Rentenalter auf 65 herabsetzen
7. Keine Gelder für Entwicklungshilfe, Windenergie, Kunst, Innovationen etc.
8. Rücknahme der Einsparungen bei häuslicher Pflege und der Altenpflege
9. Aufstockung der Polizei und Verteidigung
10. Senkung der Einkommenssteuern
11. Halbierung der KFZ- Steuer
Dänemark
Fremskridpartei
Großbritannien / UK Independence Party (UKIP)
(siehe Videos zu den besprochenen Redeausschnitten)
Niederlande / PVV (Geert Wilders)
Wahlprogramm
1. „Deislamisierung“ als Hauptprogammpunkt
2. Austritt aus der EU, Unabhängigkeit der Niederlande
3. Einführung einer direkten Demokratie
4. Abschaffung der Eigenanteile bei Pflegekosten
5. Minderung der Mietpreise
6. Rentenalter auf 65 herabsetzen
7. Keine Gelder für Entwicklungshilfe, Windenergie, Kunst, Innovationen etc.
8. Rücknahme der Einsparungen bei häuslicher Pflege und der Altenpflege
9. Aufstockung der Polizei und Verteidigung
10. Senkung der Einkommenssteuern
11. Halbierung der KFZ- Steuer
- Finanzplan auf einfache Zahlen heruntergebrochen (typisch für Rechtspopulismus sind Vereinfachung)
- Kern des Wahlprogramms ist die Anti-Islam-Ausrichtung; diese bietet den gemeinsamen Nenner für die unterschiedlichen Interessen der Wähler
- PVV in gesellschaftspolitischen Fragen fortschrittlich (zum Beispiel Pro Homo-Ehe); stellen dadurch die fortschrittliche westliche Kultur den konservativen islamischen Werten gegenüber
- zunehmende Radikalisierung für kostenlose Publicity (da PVV eine Ein-Mann Partei ist und somit keine Parteigelder bezieht)
Dänemark
Fremskridpartei
- 1972 Gründung der Fremskridpartei (FrP) als Steuerprotestpartei durch Morgens Gilstrup
- Ultraliberal
- Anti-Establishment
- einwanderungsfeindliche Tendenzen
- 1978 Beitritt Kjearsgaard (übernimmt später vorläufig den Parteivorsitz)
- nach internen Spannungen kommt es zu einer Spaltung der Partei und zur Gründung der DF
- 1995 Gründung der DF durch Kjearsgaard und weiteren ehemaligen FrP-Mitgliedern
- national-konservativ (in der Selbstdarstellung)
- Wohlfahrtsleistungen vor Steuererleichterung
- nutzt Angst vor Überfremdung, Zuwanderung etc.
- 1998 erstmals mit 7% m Parlament vertreten
- seit 2015 zweitgrößte Fraktion (20 %) im Parlament
- Erfolge der Partei in Migrationspolitik und festen Grenzkontrollen
- Spaltung in der Partei
- Anti-Establishment
- Chamäleon: Wandel der Partei (von Abbau des Sozialstaates zu Pro Sozialstaat für das eigene Volk)
Großbritannien / UK Independence Party (UKIP)
- Gründung 1993 (Professoren der London School of Economics and Political Science)
- Hauptziel: Austritt aus der EU
- nicht rechtsextrem, sondern bürgerlich-nationalistisch (zumindest in der Selbstdarstellung)
- seit erreichen des Hauptziels Abstieg und ständiger Wechsel der Parteiführung
- EU oftmals als Synonym für innere Probleme
- Unzufriedenheit (Versagen der Politik)
- Euroskepzismus
(siehe Videos zu den besprochenen Redeausschnitten)
- gibt vor, für das Volk zu sprechen
- Emotionalität, Wutrede
- Opferrolle
- Verschwörungstheorien
Samstag, 17. November 2018
Protokoll zur Sitzung am 08.11.18: AfD / Front National
Protokoll von Johanna Milewski
Merkmale der AfD
Aktuelles zur AfD:
Front National
Merkmale der AfD
- Kritik an Eliten (= anti-elitär)
- anti-pluralistisch
- sehen sich als (allein legitime) Vertreter des "einzig wahren Volkes"
- Volk wird als homogene Gruppe gesehen
- Dualismus: „reines Volk“ vs. „korrupte Elite“
- „korrupte Elite“ als Grund, warum die AfD nicht an der Macht ist ("Lügenpresse", Verschwörungstheorien etc.)
- zweifacher Ausschluss: Abgrenzung sowohl „nach oben“ als auch „nach unten“ (Minderheiten)
- Markenkern: Flüchtlingsthematik
- Rhetorik: Framing, Ausweichen und Umlenken bei unangenehmen Themen, gelenkt wird in Richtung Markenkern, einprägsame Sprache („Messermänner" und "Kopftuchmädchen“); aber: alle Parteien spielen mit der Sprache und verwenden einfache Slogans; das allein ist noch kein Kriterium; rechtspopulistische Parteien neigen jedoch sehr stark zur Vereinfachung etc.
- Wandlung der AfD: Anti-EU-Partei >>> Anti-Flüchtling- / Anti-Offenheit- /Anti-System-Partei
- Flüchtlingskrise als Wind in den Segeln: Rechtsextreme zur AfD
- Grenze nach rechts wird fließender, einige Mitglieder deshalb ausgetreten (z.B. Bernd Lucke)
- „Rechtspopulistischer Dreibund“ (Holtmann): Neue Rechte, Pegida, AfD
- Stadt-Land-Gefälle, West-Ost
- stellen sich in der Opferrolle dar
- ständige Abwehr/Verteidigung, alles ist Bedrohung
- Angst/Verunsicherung als Nährboden
- deshalb Flüchtlingskrise gut für AfD
- borderline (= Partei ist nicht klar einzuordnen, immer wieder rechtsextremistische Elemente, schwer zu greifen, oszillieren zwischen Anti-Eliten und Anti-System)
Aktuelles zur AfD:
- AfD hat Sprachregelungen aufgestellt, welche Begriffe nicht mehr verwendet werden sollen (als leidenschaftliche Kritiker von "political correctness"!)
- dadurch will die Partei der Beobachtung durch den Verfassungsschutz entgehen
- Parteispendenaffäre um die Vorsitzende Alice Weidel (als leidenschaftliche Kritiker der "korrupten Eliten"!)
Front National
- Gründung: 5. Oktober 1972
- Gründer: Jean-Marie Le Pen (Jahrgang 1928)
- rechtsextremes Sammelbecken, Antisemitismus
- Beispiele für Skandale und Aussagen:
- „Ich glaube an die Ungleichheit der Rassen.“
- bezeichnete die Gaskammern der NS-Konzentrationslager als „Detail der Geschichte“
- griff 1997 eine sozialistische Kandidatin körperlich an
- wurde unter der Tochter Marine 2015 aus der Partei ausgeschlossen
- 1998 Leiterin des juristischen Dienstes der FN
- 2000 Vorsitzende der FN-Jugendorganisation
- 2003 stellvertretende Vorsitzende des FN
- 2011 Le Pen setzt sich gegen B. Gollnisch als Parteivorsitzende durch
- 2012 Niederlage in der Präsidentschaftswahl gegen F. Hollande
- 2017 21,3% für Marine Le Pen im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl, Einzug in die Stichwahl, dann deutliche Niederlage gegen Macron (66% zu 34%)
- Neuausrichtung, Entdiabolisierung
- „ökonomischer Patriotismus“
- Ende der Männerpartei
- systematische Erweiterung der Parteiinhalte
- Erreichen einer breiten Gesellschaftsschicht
- von rechtsextremer zu rechtspopulistischer Partei
- 2018: Umbenennung in „Rassemblement National“
- will ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft
- möchte freies, sicheres, erfolgreiches Frankreich
- möchte aus der NATO austreten
- eine eigene Währung für die Unabhängigkeit Frankreichs
- anderes Wirtschaftsmodell
- Arbeitsplätze an Franzosen
- ausländische Mitarbeiter sollen zusätzliche Steuern zahlen
- automatischer Familiennachzug soll verboten werden
- Frankreich hat keinen Bedarf und keine Kapazität für Flüchtlinge
- Verbot und Auflösung von Organisationen mit fundamentalistischen Zügen
- Verbot von Moscheen
- Verbot öffentlicher Fördergelder
- Referendum über die Todesstrafe
- mehr Gefängnisse
- in den letzten Jahren stetige Steigerung in den Wahlergebnissen
- auch viele jüngere Wähler
- Wähler aus der Unterschicht
- je niedriger der Bildungsstand, desto eher wurde FN gewählt
- ebenso verhält es sich mit einem niedrigen Monatsgehalt
- auch Wähler mit akademischen Berufen (z.B. Lehrer)
- Beweggründe:
- Angst um Arbeitsplätze
- hohe Jugendarbeitslosigkeit
- Angst der Unterschicht vor Armut
- Angst vor Überfremdung
- Terrorismus
- schlechte Arbeitsbedingungen
- man fühlt sich abgehängt (Peripherie)
Freitag, 16. November 2018
Rechtspopulistische Rhetorik am Beispiel von Nigel Farage
Die folgenden beiden Ausschnitte aus Reden von Nigel Farage hatte die Referatsgruppe zur Länderstudie UK / UKIP ausgewählt:
Donnerstag, 15. November 2018
Einladung zum Politik-Café zum Thema Populismus
Ihr Kommilitone Daniel Christen macht auf folgende Veranstaltung aufmerksam:
Am 22. November 2018 gibt es wieder ein Politik-Café in Freudental. Dabei wollen wir für junge Leute eine Plattform bieten, andere Jugendliche zu treffen, die genauso interessiert und diskussionsfreudig sind oder Neues über Politik und Gesellschaft lernen wollen.
"#Unteilbar - zwischen Demokratie und Populismus", so lautet das Thema. Nichts hat in den letzten Jahren die politische Debatte so geprägt wie die „Flüchtlingskrise“. Kein Thema wurde so genutzt, um Einigkeit in einem weltoffenen Deutschland zu demonstrieren, auf der anderen Seite aber auch für rassistische Hetze zu instrumentalisieren. Ist es noch möglich, den gegenseitigen Anfeindungen im Netz zu entkommen? Woher kommt der so oft erwähnte Populismus und welchen Einfluss hat er aktuell auf unsere Gesellschaft und Demokratie?
Walter Kubach (Die Linke) wird diesmal unser Gast sein. Als Abgeordneter im Ludwigsburger Kreistag hat er langjährige Erfahrung im politischen Alltag und ist unserem Thema in diesem Kontext umso mehr ausgesetzt.
Ihr habt Lust zu dikutieren und euch auszutauschen? Sehnt euch schon lange nach einem lockeren Treffpunkt, einfach mal etwas über Politik und Gesellschaft zu reden. Dabei noch ein kühles Getränk?;) Wir machen Realtalk – Stell dich auf keinen langweiligen Vortrag ein. Deine Meinung ist gefragt! Komm vorbei, genieß ein kühles Getränk in unserem Glaszelt und hab einen schönen Abend mit Freunden, neuen Bekanntschaften und Politik, wie sie wirklich sein soll.
Wann? Donnerstag, 22. November 2018, 19:00 Uhr
Wo? PKC Ehemalige Synagoge Freudental, Strombergstraße 19; Bitte bildet Fahrgemeinschaften - Freudental ist mit den Öffis schlecht erreichbar.
Wer? Walter Kubach (Kreisrat für die Linke) und hoffentlich Du!
Das Politik-Café richtet sich grundsätzlich an alle interessierten, jungen Menschen ab 16 Jahren. Der Eintritt ist natürlich frei. Die Veranstaltung ist öffentlich. Bitte leitet die Einladung weiter und erzählt euren Freunden davon! Eine Anmeldung im Voraus ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf euer Kommen!
Weitere Infos: https://www.facebook.com/events/314263766064175/
Am 22. November 2018 gibt es wieder ein Politik-Café in Freudental. Dabei wollen wir für junge Leute eine Plattform bieten, andere Jugendliche zu treffen, die genauso interessiert und diskussionsfreudig sind oder Neues über Politik und Gesellschaft lernen wollen.
"#Unteilbar - zwischen Demokratie und Populismus", so lautet das Thema. Nichts hat in den letzten Jahren die politische Debatte so geprägt wie die „Flüchtlingskrise“. Kein Thema wurde so genutzt, um Einigkeit in einem weltoffenen Deutschland zu demonstrieren, auf der anderen Seite aber auch für rassistische Hetze zu instrumentalisieren. Ist es noch möglich, den gegenseitigen Anfeindungen im Netz zu entkommen? Woher kommt der so oft erwähnte Populismus und welchen Einfluss hat er aktuell auf unsere Gesellschaft und Demokratie?
Walter Kubach (Die Linke) wird diesmal unser Gast sein. Als Abgeordneter im Ludwigsburger Kreistag hat er langjährige Erfahrung im politischen Alltag und ist unserem Thema in diesem Kontext umso mehr ausgesetzt.
Ihr habt Lust zu dikutieren und euch auszutauschen? Sehnt euch schon lange nach einem lockeren Treffpunkt, einfach mal etwas über Politik und Gesellschaft zu reden. Dabei noch ein kühles Getränk?;) Wir machen Realtalk – Stell dich auf keinen langweiligen Vortrag ein. Deine Meinung ist gefragt! Komm vorbei, genieß ein kühles Getränk in unserem Glaszelt und hab einen schönen Abend mit Freunden, neuen Bekanntschaften und Politik, wie sie wirklich sein soll.
Wann? Donnerstag, 22. November 2018, 19:00 Uhr
Wo? PKC Ehemalige Synagoge Freudental, Strombergstraße 19; Bitte bildet Fahrgemeinschaften - Freudental ist mit den Öffis schlecht erreichbar.
Wer? Walter Kubach (Kreisrat für die Linke) und hoffentlich Du!
Das Politik-Café richtet sich grundsätzlich an alle interessierten, jungen Menschen ab 16 Jahren. Der Eintritt ist natürlich frei. Die Veranstaltung ist öffentlich. Bitte leitet die Einladung weiter und erzählt euren Freunden davon! Eine Anmeldung im Voraus ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf euer Kommen!
Weitere Infos: https://www.facebook.com/events/314263766064175/
Mittwoch, 14. November 2018
Trump und die New York Times - Doku auf Arte
Auf Arte läuft im Moment eine hervorragende Doku mit dem Titel "Mission Wahrheit - Die New York Times und Donald Trump". Die Filme sind allerdings nur bis 05.12.18 in der Arte-Mediathek verfügbar. Die Links:
Einzelne Redakteur*innen und Journalist*innen werden bei ihrer spannenden und herausfordernden Arbeit begleitet und porträtiert. Die vehementen Angriffe seitens der Regierung und durch Donald Trump persönlich auf die sogenannten "Fake News"-Medien machen hierbei sehr deutlich, mit welchen Widrigkeiten die aktuelle Presse- und Medienlandschaft innerhalb der USA (und darüber hinaus) zu kämpfen hat. Dass es sich bei Donald Trump nicht um einen gewöhnlichen Präsidenten handelt, wird hierbei sehr eindrücklich und vielschichtig herausgearbeitet.
Es wird schnell klar, dass es in der Berichterstattung über Trump und seine Regierung auch um eine enorme Verantwortung der Medien als vierte Gewalt im Staat geht, die sich mit einem dauerhaften Angriff auf die eigene Institution und die Grundfesten der amerikanischen Demokratie konfrontiert sehen. Insgesamt handelt es sich um eine sehr sehenswerte und überaus detailreiche Dokumentation, die zeitweise eher an einen Krimi als an die amerikanische Realität erinnert, dadurch jedoch nichts an ihrem informativen Anspruch einbüßt.
[Ein Beitrag von Julia Heim]
- https://www.arte.tv/de/videos/075596-000-A/mission-wahrheit-die-new-york-times-und-donald-trump-1-4/
- https://www.arte.tv/de/videos/075597-000-A/mission-wahrheit-die-new-york-times-und-donald-trump-2-4/
- https://www.arte.tv/de/videos/075598-000-A/mission-wahrheit-die-new-york-times-und-donald-trump-3-4/
- https://www.arte.tv/de/videos/075599-000-A/mission-wahrheit-die-new-york-times-und-donald-trump-4-4/
Einzelne Redakteur*innen und Journalist*innen werden bei ihrer spannenden und herausfordernden Arbeit begleitet und porträtiert. Die vehementen Angriffe seitens der Regierung und durch Donald Trump persönlich auf die sogenannten "Fake News"-Medien machen hierbei sehr deutlich, mit welchen Widrigkeiten die aktuelle Presse- und Medienlandschaft innerhalb der USA (und darüber hinaus) zu kämpfen hat. Dass es sich bei Donald Trump nicht um einen gewöhnlichen Präsidenten handelt, wird hierbei sehr eindrücklich und vielschichtig herausgearbeitet.
Es wird schnell klar, dass es in der Berichterstattung über Trump und seine Regierung auch um eine enorme Verantwortung der Medien als vierte Gewalt im Staat geht, die sich mit einem dauerhaften Angriff auf die eigene Institution und die Grundfesten der amerikanischen Demokratie konfrontiert sehen. Insgesamt handelt es sich um eine sehr sehenswerte und überaus detailreiche Dokumentation, die zeitweise eher an einen Krimi als an die amerikanische Realität erinnert, dadurch jedoch nichts an ihrem informativen Anspruch einbüßt.
[Ein Beitrag von Julia Heim]
Sonntag, 4. November 2018
Trump-WählerInnen verstehen
Der langjährige USA-Korrespondent der ZEIT, Martin Klingst, hat ein Buch mit acht Porträts von Trump-Wählern geschrieben, eine Art Empathieschulung als Ergänzung zu Arlie Russell Hochschilds "Strangers in Their Own Land":
Klingst, Martin (2018), Trumps Amerika. Reise in ein weißes Land, Reclam.
Heute wurde auf ZEIT Online ein Ausschnitt daraus mit dem Titel "Die Demokraten haben uns verlassen" veröffentlicht, den zu lesen sich lohnt. Ein kleiner Appetithappen:
Klingst, Martin (2018), Trumps Amerika. Reise in ein weißes Land, Reclam.
Heute wurde auf ZEIT Online ein Ausschnitt daraus mit dem Titel "Die Demokraten haben uns verlassen" veröffentlicht, den zu lesen sich lohnt. Ein kleiner Appetithappen:
Jedenfalls gefällt mir, dass Trump geradeheraus und unverschnörkelt redet, so wie es schon ewig kein Politiker mehr getan hat. Er sagt, was er denkt, und tut, was er sagt – so wie der Menschenschlag hier.
Abonnieren
Posts (Atom)