Die Vorlesung von Prof. Dr. Ulrike Babusiaux vom 7. April 2020 behandelt das römische Recht und Rechtspopulismus in der Antike. Sie überträgt rechtspopulistische Muster von damals auch auf spätere rechtspopulistische und rechtsextremistische Parteien. Vor allem die AfD und die NSDAP haben sich ihr zufolge mit dem römischen Recht auseinandergesetzt. Dabei werden Begriffe missbräuchlich benutzt und uminterpretiert.
In der Sendung "Hart aber fair" mit dem Titel: "Trump und Johnson unter Druck - Endspiel der Populisten?" vom 30.09.2019 diskutieren unter anderem Ralph Freund (Vizepräsident der Republicans Overseas Deutschland), James Hawes (Schriftsteller, Dozent an der Oxford Brookes University) und Norbert Röttgen (Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses). Es werden zum Beispiel die unterschiedliche Stabilität der jeweiligen Machthaber angesprochen, mögliche institutionelle Gründe für den Rückhalt in ihren jeweiligen Parteien zur Aufstellung zur Wahl und eine höhere Akzeptanz für "alternative Fakten" in Teilen der Gesellschaft.
Auf dem 36. Chaos Communication Congress am 29. Dezember 2019 hat Michael Kreil einen Vortrag gehalten mit dem Titel "Von Menschen radikalisiert: Über Rassismus im Internet". Er gibt einen guten Überblick darüber, was Rassismus heute bedeutet und in welchen offensichtlichen und weniger bekannten Formen er vorkommt.
Ein Hinweis von Ann-Kathrin Hummel und Johanna Zumpfe
Populisten - es gibt sie schon immer und überall auf der Welt: Ob Viktor Orbán, Donald Trump, Marine Le Pen, Recep Tayyip Erdogan oder Wladimir Putin - weltweit sind Rechtspopulisten im Aufwind. Sie alle versprechen, Volkes Stimme Gehör zu verschaffen. Alte Volksparteien verlieren immer stärker an Zustimmung. Ihr Absturz geht Hand in Hand mit dem Aufstieg der Rechtspopulisten. Warum sind Populisten so erfolgreich? Was ist ihr Erfolgsmuster? Welche populistischen Strategien verfolgen sie? Der Film gibt Antworten auf diese Fragen, wiederholt zentrale Erkenntnisse des bisherigen Semesters und leitet über zum Analyseteil, wenn es u.a. um die rhetorischen Strategien der Rechtspopulisten geht: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/gefahr-von-rechts-die-sieben-groessten-tricks-der-populisten-100.html
Die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak erforscht seit Jahren die Wirkung rechtspopulistischer Rhetorik. Im Rahmen der W. Michael Blumenthal Lectures berichtet sie ihrem Vortrag "Rechtsruck?! Zur Normalisierung rechtspopulistischer Diskurse", welche zentrale Rolle Emotionen und das Schüren von Ängsten in der Diskursstrategie der Rechtspopulisten spielen. Zudem zeigt sie auf, wie sich die Sprache durch rechtspolitische Parteien verändert hat und dass sich deren Diskurse "normalisiert" haben.
Maximilan Kelm, ein Youtuber, Fotograf, Videograf und Entertainer auf Instagram, war in seiner Jugend in der rechten Szene unterwegs. Er kam durch rechte Musik und falsche Freunde in die Szene und ließ sich von einer "Angst vor der Islamisierung" anstecken. Circa fünf Jahre bezeichnete er sich als Nazi, ging auf Demonstrationen und machte diverse Erfahrungen mit der Antifa.
Mittlerweile hat er mit seiner Sichtweise auf Menschen mit anderer Herkunft und auf die Welt eine "180°-Wendung" gemacht. Er dreht Videos für Rapper oder für die Braunschweiger Basketball-Mannschaft, versucht Aufklärungsarbeit zu leisten und möchte keinen Hass mehr in die Welt tragen. Die Aussteigeorganisation Exit sowie viele Gespräche mit Menschen aus seinem Umfeld halfen ihm bei dem Ausstieg. Davon handelt der folgende Film:
Am 01.03.2018 hat die Deutsche Welle eine Diskussionsrunde veröffentlicht, in der Johannes Hillje (Politikberater), Katharina Nocun (Netzaktivistin) und Géraldine Schwarz (freie Journalistin) eine Diskussion über das Thema: „Rechtspopulisten in Europa: Wer stoppt die extremen Parteien?“ geführt haben.
Es geht beispielsweise um die Politikverdrossenheit der Bürger, die politischen Unterschiede innerhalb Europas und die Strategien rechtsextremistischer Parteien vor allem in Krisensituationen. Alle drei nehmen eine ähnliche Haltung gegenüber dem Rechtspopulismus ein, unterscheiden sich jedoch in einzelnen Punkten zu den jeweiligen Themen.
Im Vortrag "Propagandakrieg in Europa: Die Medien der Rechten" erzählt die Falter-Journalistin Nina Horzaczek nicht nur von den österreichischen Erfahrungen mit dem aggressiven Rechtspopulismus, sondern skizziert auch die sieben Schritte, wie der rechte Propagandakrieg funktioniert und wie die Rechten mit Hilfe der Medien versuchen, ihre Macht auszubauen.
Das Stereotyp des rechtsgeneigten Wählers ist meist männlich, weiß, mittleren oder höheren Alters, heterosexuell und gehört der Arbeiterklasse an. Das folgende Video zeigt das Gegenteil: Der gezeigte Wahlkämpfer ist 24 Jahre alt, schwul und dennoch ein großer Verfechter von Geert Wilders. Als Grund nennt er die Bedrohung, die von den vielen türkischen Einwanderern und Erdogan-Anhängern für ihn als homosexuellen Mann ausgehe. Für ihn ist der einzige Weg, ein liberales und aufgeschlossenes Niederlande zu erhalten, die Wahl eines rechtsextremen Politikers. Das Video wurde 2017 kurz vor der Parlamentswahl gedreht.
Das Video „Rechtspopulist Geert Wilders: ‚Er ist wie ein Phantom‘“ vom 02.03.2017 beschreibt den rechtspopulistischen Politiker der niederländischen Partei PVV. Es wird deutlich, dass der Politiker, obwohl mehrere Abgeordnete im Parlament sind, das einzige offizielle Mitglied ist. Er bestimmt allein über die Partei.
Seitdem er Morddrohungen bekommen hat, lebt er unter Polizeischutz. Susanne Koelbl beschreibt ihn als ein Phantom, da man nicht weiß, wie er lebt, seinen Alltag verbringt oder was ihn antreibt. Was ihn als Rechtspopulisten ausmacht, sind meiner Meinung nach die Trugschlüsse, die er verbreitet. Sein Ziel, die Zuwanderung der Muslime zu stoppen, könne alle Probleme lösen. Koelbl beschreibt dies als eine Illusion, die er den Menschen gibt. Ein weiteres rechtspopulistisches Merkmal von Geert Wilders ist, sich so zu präsentieren, als wäre er dem Volk ganz nah und könne so am besten dessen Meinung und dessen Willen vertreten.
Die Parlamentswahl 2017 verlangte den Menschen einiges ab. Harsche Aussagen, Diskussionen und Emotionen prägten diese Zeit. Unsicherheit machte sich in der Bevölkerung breit. Sogar etablierte Parteien näherten sich einer rechtspopulistischen Sicht. Das Video zeigt eine junge Niederländerin, die während des Wahlkampfs eine politische Talkshow für Jugendliche moderiert. Sophia ist zwar in den Niederlanden geboren, hat aber iranische Eltern und deshalb eine doppelte Staatsbürgerschaft. Sie diskutiert mit Mark Rutte über den Doppelpass und mit einem jungen PVV-Anhänger über Trumps Einreisestopp. Da Sophia selbst betroffen ist, fällt es ihr schwer, nicht emotional zu reagieren. Ohne Rücksicht auf ihre Hautfarbe werden ihr rassistische Aussagen ins Gesicht gesagt. Sie möchte aktiv mit Leuten ins Gespräch kommen, um sie von einer anderen Sicht zu überzeugen. Das Thema Rassismus ist auch heute, aufgrund der Proteste gegen Polizeigewalt nach dem Tod von George Floyd in den USA, präsenter denn je.
Obwohl es den Niederlanden gut geht, fühlen sich doch einige Niederländer nicht von der Politik wahrgenommen. Sie fühlen sich abgehängt und das trotz Wirtschaftswachstum. Der Pfarrer Jan Veldhuizen kommt täglich mit Menschen ins Gespräch. Er erzählt, die Menschen seien „böse auf die Politik“ und der einzige, der das sage, was die Bevölkerung beschäftige, sei Geerd Wilders.
In diesem Beitrag des Weltspiegels wird ein kleiner Einblick in das Leben der Familie Kempinga gewährt. Beide Eltern arbeiten und trotzdem steht ihnen nur wenig Geld zur Verfügung. Den Großteil ihrer Lebensmittel holen sie, wie viele andere niederländische Familien auch, bei der Tafel. Die Langzeitarmut steigt und die Kluft zwischen Arm und Reich mit. Vater Arie findet es gut, dass Wilders auf die Leute zugeht und versucht, dass sich etwas in den Niederlanden verändert, denn es muss sich etwas verändern. Trotzdem ist er der Meinung, dass Wilders positive wie auch negative Seiten hat und er ihn nicht in allen Punkten unterstützen kann. Vielleicht wählt er ihn aber, wie viele andere auch, rein aus Protest.
2015 fand in den Räumlichkeiten der Heinrich-Böll-Stiftung in Frankfurt am Main eine Veranstaltung zum Thema "(Rechts-)Populismus in Europa - Gefahr für die Demokratie?" statt. Das folgende Video zeigt ein Panel dieser Veranstaltung, das mit "Mittel und Foren" überschrieben ist. Hierbei gehen Paula Diehl und Franziska Schmidtke auf die Bedeutung der Medien und des Europaparlaments für die Entwicklung populistischer Parteien ein.
„Wer verbreitet in Wahlkampfzeiten politische Meinungen im Netz?“ Diese Frage stand vor zwei Jahren am Anfang der Recherche zur Radio-Bremen-Reportage RABIAT, die unter dem Titel "Infokrieger – Die neuen rechten Medienmacher" am 11.05.2020 ausgestrahlt wurde und in der ARD-Mediathek zu finden ist.
In welche demokratiefeindliche Parallelwelt die Journalisten dabei vorstoßen werden, war ihnen damals noch nicht bewusst. Sie deckten auf, durch welche Mechanismen der politische Diskurs in den sozialen Netzwerken von rechten Medien beeinflusst und vergiftet wird. Während ihrer beeindruckenden Recherche dürfen wir sie unter anderem zu folgenden erkenntnisreichen Stationen begleiten:
Anfangspunkt bietet eine Datenanalyse auf Twitter während der Landtagswahlen in Hessen und Bayern. Dabei untersuchten sie die Tweets der aktivsten Accounts und stellten fest, dass sich hinter den Accounts keine Bots, sondern tatsächlich Menschen verbergen. Viele von ihnen verbreiteten fast ausschließlich rechtspopulistische Inhalte.
Die Suche nach Gründen für die Verbreitung rechter Inhalte sowie deren Auswirkungen führt zur Extremismusforscherin Julia Ebner nach London ins Institut für strategische Dialoge.
Wir tauchen mit den Journalisten ab in das Paralleluniversum von YouTubern, die einschlägig aus der rechten Perspektive berichten. Mit ihren Filterblasen beeinflussen sie Empfehlungsalgorithmen und sorgen damit für die Verbreitung und Stabilisierung des rechten Weltbildes.
Die Frage nach der Verantwortlichkeit für rechte Propaganda und Fake News führt schließlich nach Uruguay.
Ein aktueller Bezug dieses Infokrieges zum Thema Corona wird außerdem dargestellt.
Interessant. Schockierend. Äußerst empfehlenswert.
Der Film "Brennpunkt Europa - ein Kontinent in der Krise" wurde im Juni 2019 auf dem Youtube-Kanal des SPIEGEL veröffentlicht. Er zeigt die Folgeprobleme der Migration und beschäftigt sich mit dem Aufschwung der Rechtspopulisten in den Ländern Italien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Ungarn.
Junge Studenten im Bann von Marine Le Pen und des Front National? (der Front National heißt mittlerweile Rassemblement National) - Der kurze Videobeitrag der Tagesschau (Europamagazin) zeigt Studenten, die mit großem Eifer dem Front National angehören. Im Beitrag werden Sequenzen von Werbevideos des Front National vorgestellt, er gibt Einblicke in Rhetorik-Schnellkurse für den Parteinachwuchs und berichtet über den sozialen bzw. menschlichen Zusammenhalt innerhalb der „jungen Front National“.
Zahlreiche Studien belegen, dass die Mehrheit der Wähler von rechtspopulistischen Parteien, formal weniger gebildet sind. Zählen die dargestellten jungen Menschen zu der Minderheit der Wähler? Welche Gedanken habt ihr, wenn ihr an junge Akademiker denkt, die gebildet sind und einer rechtspopulistischen Partei angehören? Diese Fragen könnt ihr gerne in den Kommentaren diskutieren.
Gregor Gysi zählt zu den unterhaltsamsten und gleichzeitig scharfsinnigen Rednern der letzten Jahrzehnte. Seine Rede beim DAI Heidelberg trägt den Titel "Triumph des Populismus?", ab min 3.45 geht es auch um Populismus und ab min 7:11 wird es hochinteressant, wenn Gysi drei Schneisen in die Populismus-Debatte einzieht, indem er drei "Linien" unterscheidet:
Populismus als Kampfbegriff
Populismus als politischer Stil
Populismus als Differenzbegriff
Die Rede eignet sich sehr gut als Beitrag zum ersten Teil des Seminars.
Unmittelbar nach den Terroranschlägen von Paris am 13. November 2015 hielt Daniela Kallinich einen Vortrag über den Rechtspopulismus in Europa am Beispiel von Frankreich. Sie ist Mitarbeiterin am Göttinger Institut für Demokratieforschung. Der Vortrag behandelt die Entwicklung des französischen Rechtspopulismus vor allem in Bezug auf den „Front National“ (FN). Dabei gibt Kallinich zuerst Erklärungen über das politische System und die politischen Parteien Frankreichs. Dann steigt sie über verschiedene Aussagen, die unterschiedliche französische Parteien getätigt haben, in das eigentliche Thema ein: die Bedeutung, Ursache, Probleme und Folgen für die Entwicklung der französischen Gesellschaft, die insbesondere durch den FN und dessen Wähler vorangetrieben wird (https://www.youtube.com/watch?v=R1UCfBGbf10).
Im Video ,,Rechtspopulismus: Die Neuen in Europas Parlamenten‘‘ geht es darum, dass es auch in "glücklichen" und wohlhabenden Ländern wie den skandinavischen Staaten Rechtspopulisten in den Parlamenten gibt. Außerdem wird die Situation in Polen und Deutschland betrachtet. Abschließend geht es um den Widerspruch von Bündnissen von Rechstpopulisten im Europäischen
Parlament.