Priester, Karin (2012): Rechter und linker Populismus. Annäherung an ein Chamäleon, Campus.
Rezension
Autorin: Natalie Kern
Karin Priester (*1941) ist Historikerin und Politikwissenschaftlerin. Sie studierte die Fächer Romanistik, Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaften und hatte seit 1980 eine Professur, mit Schwerpunkt auf Politische Soziologie, an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster inne. In ihrer beruflichen Laufbahn beschäftigte sie sich vor allem mit den Themen Politische Soziologie, Faschismus- und Kommunismusforschung, Parteienforschung sowie Politische Theorie. Als sie 2007 emeritiert wurde, fing sie an, sich zusätzlich vertiefend mit den Themen Rechtsextremismus, Rassismus und Populismus zu beschäftigen. Seither publizierte sie einige Bücher und Artikel, in denen sie sich mit dem Thema Populismus auseinandersetzt.
So auch das im Jahr 2012 vom Campus Verlag veröffentlichte Buch „Rechter und linker Populismus – Annäherung an ein Chamäleon“. Auf 252 Seiten möchte Karin Priester den Lesern einen umfassenden, detaillierten Blick auf das Thema Populismus, der die repräsentative Demokratie und ihre politischen Akteure vor eine Herausforderung stellt, bieten.
Freitag, 12. Januar 2018
Donnerstag, 11. Januar 2018
Rezension zu Carolin Emcke: Gegen den Hass
Emcke, Carolin (2016), Gegen den Hass, S. Fischer (oder: Lizenzausgabe für die bpb, Bonn 2017).
Rezension
Autorin: Lina Hielscher
Carolin Emcke wurde 1967 in Mühlheim an der Ruhr geboren und ist eine deutsche Autorin und Journalistin. Sie hat unter anderem an der Harvard-Universität Philosophie, Politik und Geschichte studiert. Im Jahr 2016 erhielt sie den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Emcke selbst hat eine Autobiographie verfasst, in der sie über die Entdeckung ihrer Homosexualität und die daraus resultierende Ausgrenzung schreibt.
In dem Buch „Gegen den Hass“ möchte Emcke dem Hass gegenüber anderen näherkommen und die Frage nach dem „Warum“ klären. Sie zeigt in ihrem Buch die verschiedenen Feindbilder auf, die mit der Zeit entwickelt wurden.
Rezension
Autorin: Lina Hielscher
Carolin Emcke wurde 1967 in Mühlheim an der Ruhr geboren und ist eine deutsche Autorin und Journalistin. Sie hat unter anderem an der Harvard-Universität Philosophie, Politik und Geschichte studiert. Im Jahr 2016 erhielt sie den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Emcke selbst hat eine Autobiographie verfasst, in der sie über die Entdeckung ihrer Homosexualität und die daraus resultierende Ausgrenzung schreibt.
In dem Buch „Gegen den Hass“ möchte Emcke dem Hass gegenüber anderen näherkommen und die Frage nach dem „Warum“ klären. Sie zeigt in ihrem Buch die verschiedenen Feindbilder auf, die mit der Zeit entwickelt wurden.
Mittwoch, 10. Januar 2018
Rezension zu Mudde / Rovira Kaltwasser: Populism - A Very Short Introduction
Mudde, Cas / Rovira Kaltwasser, Cristóbal (2017), Populism - A Very Short Introduction; Oxford University Press.
Autorin: Annabell Bühler
Cas Mudde, niederländischer Politikwissenschaftler und Extremismus-Forscher, der in den USA lehrt, und Cristóbal Rovira Kaltwasser, ebenfalls Politikwissenschaftler, der im Moment an der Diego Portales Universität in Chile lehrt, behandeln in ihrem 2017 erschienenen Buch „Populism - A Very Short Introduction“ den aufstrebenden Populismus in Nord-, Süd-, und Mittelamerika und in Europa.
In sechs Kapiteln befasst sich das Buch mit diversen Fragen, unter anderem damit, was Populismus ist, wie er sich definieren lässt und wie man die Beziehung zwischen Demokratie und Populismus beschreiben kann. Das Werk erklärt des Weiteren das Phänomen „Populismus“ auf der ganzen Welt, versucht nahezubringen, wie Populismus mobilisiert, schildert „die“ populistische Führungsperson und tastet sich an liberal-demokratische Antworten auf den Populismus heran.
Autorin: Annabell Bühler
Cas Mudde, niederländischer Politikwissenschaftler und Extremismus-Forscher, der in den USA lehrt, und Cristóbal Rovira Kaltwasser, ebenfalls Politikwissenschaftler, der im Moment an der Diego Portales Universität in Chile lehrt, behandeln in ihrem 2017 erschienenen Buch „Populism - A Very Short Introduction“ den aufstrebenden Populismus in Nord-, Süd-, und Mittelamerika und in Europa.
In sechs Kapiteln befasst sich das Buch mit diversen Fragen, unter anderem damit, was Populismus ist, wie er sich definieren lässt und wie man die Beziehung zwischen Demokratie und Populismus beschreiben kann. Das Werk erklärt des Weiteren das Phänomen „Populismus“ auf der ganzen Welt, versucht nahezubringen, wie Populismus mobilisiert, schildert „die“ populistische Führungsperson und tastet sich an liberal-demokratische Antworten auf den Populismus heran.
Dienstag, 9. Januar 2018
Rezension zu Jörke/Selk: Theorien des Populismus
Jörke, Dirk / Selk, Veith (2017), Theorien des Populismus zur Einführung, Junius.
Rezension
Autorin: Ann-Kathrin Regenhardt
Dirk Jörke, der 1971 in Ahlen geboren wurde, ist Professor am Institut für Politikwissenschaft der Technischen Universität Darmstadt. Er studierte Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte und Philosophie und widmet sich in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit vor allem der zeitgenössischen Interpretation des Begriffs der Demokratie.
Veith Selk studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Soziologie und promovierte 2013 an der Universität Hamburg. Seit 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt mit den Forschungsschwerpunkten „Populismus und Demokratie“, „Theorien der Politik“ und „Geschichte des politischen Denkens“.
Die Autoren geben in ihrem 192 Seiten langen Buch Antworten auf zentrale Fragen, die in der Öffentlichkeit aufgekommen sind: Was ist Populismus? Unter welchen Bedingungen entsteht er? Wie ist Populismus zu bewerten und was hat sein gegenwärtiger Aufstieg zu bedeuten? Indem sie ihr Buch nach diesen drei Fragen gliedern, wollen sie auf das Ineinanderwirken von Definition, Ursachenanalyse und Bewertung aufmerksam machen.
Rezension
Autorin: Ann-Kathrin Regenhardt
Dirk Jörke, der 1971 in Ahlen geboren wurde, ist Professor am Institut für Politikwissenschaft der Technischen Universität Darmstadt. Er studierte Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte und Philosophie und widmet sich in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit vor allem der zeitgenössischen Interpretation des Begriffs der Demokratie.
Veith Selk studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Soziologie und promovierte 2013 an der Universität Hamburg. Seit 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt mit den Forschungsschwerpunkten „Populismus und Demokratie“, „Theorien der Politik“ und „Geschichte des politischen Denkens“.
Die Autoren geben in ihrem 192 Seiten langen Buch Antworten auf zentrale Fragen, die in der Öffentlichkeit aufgekommen sind: Was ist Populismus? Unter welchen Bedingungen entsteht er? Wie ist Populismus zu bewerten und was hat sein gegenwärtiger Aufstieg zu bedeuten? Indem sie ihr Buch nach diesen drei Fragen gliedern, wollen sie auf das Ineinanderwirken von Definition, Ursachenanalyse und Bewertung aufmerksam machen.
Montag, 8. Januar 2018
Rezension zu Melanie Amann: Angst für Deutschland
Amann, Melanie (2017), Angst für Deutschland. Die Wahrheit über die AfD: wo sie herkommt, wer sie führt, wohin sie steuert, Droemer.
Rezension
Autor: Robin Barton
Melanie Amann ist eine promovierte Juristin und Absolventin der Deutschen Journalistenschule in München. Sie war sieben Jahre lang Wirtschaftsredakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit 2013 ist sie Politikredakteurin im Hauptstadtbüro des Spiegels.
Das neue Buch von Melanie Amann „Angst für Deutschland“ ist mit über 300 Seiten das bis dato umfangreichste Werk über die Alternative für Deutschland. Melanie Amann begleitet die AfD seit über vier Jahren für den Spiegel. Direkt in der Einleitung gesteht die Autorin einige Fehler ihrer Arbeit in der Vergangenheit und schreibt:
Im zweiten Kapitel werden die Gründungsgeschichte sowie die Wurzeln der AfD ausführlich erklärt und die Bedeutung einiger Personen für die AfD erläutert. Vom einstigen falschen Liberalismus von Frau Beatrix von Storch über Alexander Gaulands „Anleitung zum Konservativsein“, welche schließlich im Nationalismus endet, all dies wird ausführlich erläutert.
Rezension
Autor: Robin Barton
Melanie Amann ist eine promovierte Juristin und Absolventin der Deutschen Journalistenschule in München. Sie war sieben Jahre lang Wirtschaftsredakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit 2013 ist sie Politikredakteurin im Hauptstadtbüro des Spiegels.
Das neue Buch von Melanie Amann „Angst für Deutschland“ ist mit über 300 Seiten das bis dato umfangreichste Werk über die Alternative für Deutschland. Melanie Amann begleitet die AfD seit über vier Jahren für den Spiegel. Direkt in der Einleitung gesteht die Autorin einige Fehler ihrer Arbeit in der Vergangenheit und schreibt:
„Dieses Buch ist also eine Aufarbeitung eigener Irrtümer und ein Versuch, die erste erfolgreiche Rechtspartei seit Gründung der Bundesrepublik zu verstehen und zu erklären.“ (S.10)Im ersten Kapitel „Die Vorboten, die AfD und die Angst“ beschreibt die Autorin die Wirkung des Werks „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin und dessen politische Statements für Deutschland und die AfD.
„Es war, als hätte er mit einer Wünschelrute auf den Erdboden geklopft und plötzlich wäre mit einem Donnerknall Öl in die Luft geschossen. Ein politischer Rohstoff sprudelte aus der Tiefe an die Oberfläche, noch grob und unbearbeitet, ohne Richtung und Ziel. Aber enorm wertvoll für jeden, der eine Methode fand, diesen Stoff politisch zu raffinieren.“ (S.27)Sarrazin bediente sich hierbei derselben Strategie wie später die AfD, er rationalisierte und verstärkte die Ängste seiner Leser. Sarrazins Meinungen und Veröffentlichungen bereiteten demnach unbeabsichtigt der AfD den Weg.
Im zweiten Kapitel werden die Gründungsgeschichte sowie die Wurzeln der AfD ausführlich erklärt und die Bedeutung einiger Personen für die AfD erläutert. Vom einstigen falschen Liberalismus von Frau Beatrix von Storch über Alexander Gaulands „Anleitung zum Konservativsein“, welche schließlich im Nationalismus endet, all dies wird ausführlich erläutert.
Samstag, 6. Januar 2018
Rezension zu John B. Judis: The Populist Explosion
Judis, John B. (2016), The Populist Explosion. How the Great Recession Transformed American and European Politics, Columbia Global Reports.
Rezension
Autorin: Allison McGuire
Der Autor dieses Buches, John B. Judis (geboren 1940), schreibt schon seit 1969 diverse Bücher und Artikel über die amerikanische Politik, welche in verschiedenen Zeitschriften etc. erschienen sind. Er arbeitet zurzeit als Redakteur einer politischen Website, die mit dem Motto „Kommentare zu politischen Ereignissen aus einer linkspolitischen Sichtweise“ beworben wird. Judis‘ Analysen bleiben trotz seiner Sympathien zum Linksliberalismus neutral.
In diesem Buch wird versucht, die Hauptfrage, welche schon im Untertitel des Buches genannt wird, wie die Weltwirtschaftskrise die politische Situation in den USA und in Europa beeinflusst und verändert hat, zu beantworten. Dieses Buch wurde vor der Präsidentschaftswahl der USA im Jahr 2016 veröffentlicht. Man kann ihm daher nicht übelnehmen, dass er mit seiner Prognose, wer die Wahl gewinnen wird, falsch gelegen hat.
Rezension
Autorin: Allison McGuire
Der Autor dieses Buches, John B. Judis (geboren 1940), schreibt schon seit 1969 diverse Bücher und Artikel über die amerikanische Politik, welche in verschiedenen Zeitschriften etc. erschienen sind. Er arbeitet zurzeit als Redakteur einer politischen Website, die mit dem Motto „Kommentare zu politischen Ereignissen aus einer linkspolitischen Sichtweise“ beworben wird. Judis‘ Analysen bleiben trotz seiner Sympathien zum Linksliberalismus neutral.
In diesem Buch wird versucht, die Hauptfrage, welche schon im Untertitel des Buches genannt wird, wie die Weltwirtschaftskrise die politische Situation in den USA und in Europa beeinflusst und verändert hat, zu beantworten. Dieses Buch wurde vor der Präsidentschaftswahl der USA im Jahr 2016 veröffentlicht. Man kann ihm daher nicht übelnehmen, dass er mit seiner Prognose, wer die Wahl gewinnen wird, falsch gelegen hat.
Freitag, 5. Januar 2018
Rezension zu Daniel-Pascal Zorn: Logik für Demokraten
Zorn, Daniel-Pascal (2017), Logik für Demokraten. Eine Anleitung, Klett-Cotta.
Rezension
Autorin: Sophia Keller
Daniel-Pascal Zorn wurde 1981 geboren und studierte Philosophie, Geschichte und Komparatistik. Im Jahr 2015 promovierte er mit einer Komparatistik philosophischer Ansätze und gewann damit den Preis der Universität Eichstätt. Zorn schreibt die Kolumne „Na logisch!“ in dem Philosophie-Magazin „Hohe Luft“. Des Weiteren kommentiert er immer wieder aktuelle politische Äußerungen auf seiner Facebook-Seite.
Zorn möchte in seinem Buch „Logik für Demokraten“ den öffentlichen Diskurs näher betrachten und eine Möglichkeit bieten, von den momentan verhärteten Fronten zu einem vernünftigen Dialog zurück zu gelangen. Zorn beschäftigt sich ausführlich mit der Dialektik und Redepraxis. Für ihn ist Populismus weder eine Eigenschaft noch ein Wesenszug, sondern die Art und Weise, wie argumentiert wird bzw. wie sich der Redner zum Argument verhält.
Rezension
Autorin: Sophia Keller
Daniel-Pascal Zorn wurde 1981 geboren und studierte Philosophie, Geschichte und Komparatistik. Im Jahr 2015 promovierte er mit einer Komparatistik philosophischer Ansätze und gewann damit den Preis der Universität Eichstätt. Zorn schreibt die Kolumne „Na logisch!“ in dem Philosophie-Magazin „Hohe Luft“. Des Weiteren kommentiert er immer wieder aktuelle politische Äußerungen auf seiner Facebook-Seite.
Zorn möchte in seinem Buch „Logik für Demokraten“ den öffentlichen Diskurs näher betrachten und eine Möglichkeit bieten, von den momentan verhärteten Fronten zu einem vernünftigen Dialog zurück zu gelangen. Zorn beschäftigt sich ausführlich mit der Dialektik und Redepraxis. Für ihn ist Populismus weder eine Eigenschaft noch ein Wesenszug, sondern die Art und Weise, wie argumentiert wird bzw. wie sich der Redner zum Argument verhält.
Samstag, 30. Dezember 2017
Rezension zu Jürgen Wiebicke: Zehn Regeln für Demokratie-Retter
Wiebicke, Jürgen (2017), Zehn Regeln für Demokratie-Retter, Kiepenheuer & Witsch (oder: Lizenzausgabe für die bpb).
Rezension
Autor: Jan-Michael Sperling
Jürgen Wiebicke, 1962 in Köln geboren, ist ein freier Journalist, der seit 2011 auch als Autor tätig ist. Vor seiner Karriere als Journalist und Schriftsteller studierte Wiebicke Philosophie und Germanistik in Köln. 2012 wurde ihm der Medienethik-Preis META der Hochschule für Medien Stuttgart verliehen.
Sein neues Werk, welches 112 Seiten umfasst, ist seine Reaktion auf die Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten der USA. Wie er im Vorwort schildert, kam ihm die Idee zu diesem Buch am Wahlabend Trumps, nachdem er den ganzen Tag über in fassungslose Gesichter schauen musste.
Mit seinem Werk versucht er, grundsätzlich auf zwei Dinge aufmerksam zu machen. Zum einen, dass die Demokratie immer ein unfertiges Konstrukt ist, an dem gearbeitet werden muss, und zum anderen, dass der Gefahr, die von rechts ausgeht in Form des Rechtspopulismus, mit sehr einfachen Mitteln der Wind aus den Segeln genommen werden kann.
Rezension
Autor: Jan-Michael Sperling
Jürgen Wiebicke, 1962 in Köln geboren, ist ein freier Journalist, der seit 2011 auch als Autor tätig ist. Vor seiner Karriere als Journalist und Schriftsteller studierte Wiebicke Philosophie und Germanistik in Köln. 2012 wurde ihm der Medienethik-Preis META der Hochschule für Medien Stuttgart verliehen.
Sein neues Werk, welches 112 Seiten umfasst, ist seine Reaktion auf die Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten der USA. Wie er im Vorwort schildert, kam ihm die Idee zu diesem Buch am Wahlabend Trumps, nachdem er den ganzen Tag über in fassungslose Gesichter schauen musste.
Mit seinem Werk versucht er, grundsätzlich auf zwei Dinge aufmerksam zu machen. Zum einen, dass die Demokratie immer ein unfertiges Konstrukt ist, an dem gearbeitet werden muss, und zum anderen, dass der Gefahr, die von rechts ausgeht in Form des Rechtspopulismus, mit sehr einfachen Mitteln der Wind aus den Segeln genommen werden kann.
Montag, 11. Dezember 2017
Rezension zu Georg Seeßlen: Trump! Populismus als Politik
Seeßlen, Georg (2017), Trump! Populismus als Politik, Bertz + Fischer.
Rezension
Autorin: Kristin Kohler
Der bekannte Publizist Georg Seeßlen (geboren 1948) hat 2017 ein interessantes kleines Buch auf den Markt gebracht, in dem er über den Pop als Politik berichtet und dies anhand von Donald Trump analysiert. Dabei beantwortet er Fragen wie: „Wie lässt sich Donald Trumps Aufstieg erklären?“ oder „Was kann man aus seinem Erfolg über Wesen und Formen populistischer Politik lernen?
Gleich zu Beginn des 140 Seiten umfassenden Buches kommt Seeßlen zu der Aussage, dass es kein Leben ohne Pop oder Politik gäbe. Die Differenzen dieser beiden Richtungen sind außerdem dabei, sich immer weiter aufzulösen, weswegen man sich oft die Frage stellen muss: „Ist das noch Pop oder schon Politik?“ Die Politik sei als rationales, diskursives System nicht mehr aktuell, wie wir nun auch an dem Erfolg von Donald Trump erkennen können.
Rezension
Autorin: Kristin Kohler
Der bekannte Publizist Georg Seeßlen (geboren 1948) hat 2017 ein interessantes kleines Buch auf den Markt gebracht, in dem er über den Pop als Politik berichtet und dies anhand von Donald Trump analysiert. Dabei beantwortet er Fragen wie: „Wie lässt sich Donald Trumps Aufstieg erklären?“ oder „Was kann man aus seinem Erfolg über Wesen und Formen populistischer Politik lernen?
Gleich zu Beginn des 140 Seiten umfassenden Buches kommt Seeßlen zu der Aussage, dass es kein Leben ohne Pop oder Politik gäbe. Die Differenzen dieser beiden Richtungen sind außerdem dabei, sich immer weiter aufzulösen, weswegen man sich oft die Frage stellen muss: „Ist das noch Pop oder schon Politik?“ Die Politik sei als rationales, diskursives System nicht mehr aktuell, wie wir nun auch an dem Erfolg von Donald Trump erkennen können.
Dienstag, 5. Dezember 2017
Rezension zu Arlie Russell Hochschild: Strangers in their own land
Hochschild, Arlie Russell (2016), Strangers in their own land. Anger and mourning on the American right, New Press.
Rezension
Autorin: Sabrina Gehrung
Arlie Russell Hochschild, am 15. Januar 1940 in Boston, Massachusetts geboren, ist von Beruf Professorin für Soziologie an der University of California (UC) in Berkeley sowie Autorin. Sie studierte International Relations und wurde nach ihrem Master in Soziologie an der UC in diesem Teilgebiet promoviert.
Dieses Werk führt Hochschild auf eine fünf Jahre lange Reise ins „Herz der amerikanischen Rechten“. In Louisiana versucht sie die individuellen Tiefengeschichten, wie sie die Erlebnisse ihrer Gesprächspartner bezeichnet, zu verstehen, um die „Empathiemauer“ zwischen ihrer politischen Überzeugung und der der Republikaner zu durchbrechen. Sie erhofft sich, das Geheimnis der zunehmend rechten Bewegungen, vor allem in den Südstaaten, zu lüften. Die Soziologin stößt auf viele Paradoxe, welchen sie näher auf den Grund geht. Hochschild erlebt eine bewegende Geschichte durch die immer größer werdende Kluft der amerikanischen, zweigeteilten Gesellschaft.
Rezension
Autorin: Sabrina Gehrung
Arlie Russell Hochschild, am 15. Januar 1940 in Boston, Massachusetts geboren, ist von Beruf Professorin für Soziologie an der University of California (UC) in Berkeley sowie Autorin. Sie studierte International Relations und wurde nach ihrem Master in Soziologie an der UC in diesem Teilgebiet promoviert.
Dieses Werk führt Hochschild auf eine fünf Jahre lange Reise ins „Herz der amerikanischen Rechten“. In Louisiana versucht sie die individuellen Tiefengeschichten, wie sie die Erlebnisse ihrer Gesprächspartner bezeichnet, zu verstehen, um die „Empathiemauer“ zwischen ihrer politischen Überzeugung und der der Republikaner zu durchbrechen. Sie erhofft sich, das Geheimnis der zunehmend rechten Bewegungen, vor allem in den Südstaaten, zu lüften. Die Soziologin stößt auf viele Paradoxe, welchen sie näher auf den Grund geht. Hochschild erlebt eine bewegende Geschichte durch die immer größer werdende Kluft der amerikanischen, zweigeteilten Gesellschaft.
Freitag, 1. Dezember 2017
Rezension zu Heribert Prantl: Gebrauchsanweisung für Populisten
Prantl, Heribert (2017), Gebrauchsanweisung für Populisten, Salzburg: Ecowin Verlag.
Rezension
Autor: Jonathan Schirling
Heribert Prantl, geboren 1953 in Nittenau in der Oberpfalz, ist einer der bekanntesten und wortgewaltigsten deutschen Journalisten. Er ist Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung und verantwortet deren innenpolitischen Teil. Bevor er Journalist geworden ist, hat er als Staatsanwalt und Richter gearbeitet. Prantl hat Rechtswissenschaften, Geschichte und Philosophie studiert.
In seinem Werk „Gebrauchsanweisung für Populisten“ ruft er alle Demokraten auf, gegen den Rechtspopulismus, den er als eine „Entrechtungsbewegung“ bezeichnet, zu kämpfen (S. 8). Dies kann, so Prantl, nur durch eine neu entfachte Begeisterungsfähigkeit für die Demokratie realisiert werden. Konkret ist damit eine liberale Demokratie gemeint, die sich gegen jede Art der Erniedrigung von Menschen, gegen die Mittel der Ausgrenzung und gegen die Verächter von Zivilität erhebt, um den rassistischen Nationalismus in die Schranken weisen zu können. Der Rechtspopulismus ist für Prantl unumstritten ein Angriff auf den Rechtsstaat. Es liegt nun an der Demokratie, leidenschaftlich zu zeigen, wie wehrhaft sie tatsächlich ist.
Rezension
Autor: Jonathan Schirling
Heribert Prantl, geboren 1953 in Nittenau in der Oberpfalz, ist einer der bekanntesten und wortgewaltigsten deutschen Journalisten. Er ist Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung und verantwortet deren innenpolitischen Teil. Bevor er Journalist geworden ist, hat er als Staatsanwalt und Richter gearbeitet. Prantl hat Rechtswissenschaften, Geschichte und Philosophie studiert.
In seinem Werk „Gebrauchsanweisung für Populisten“ ruft er alle Demokraten auf, gegen den Rechtspopulismus, den er als eine „Entrechtungsbewegung“ bezeichnet, zu kämpfen (S. 8). Dies kann, so Prantl, nur durch eine neu entfachte Begeisterungsfähigkeit für die Demokratie realisiert werden. Konkret ist damit eine liberale Demokratie gemeint, die sich gegen jede Art der Erniedrigung von Menschen, gegen die Mittel der Ausgrenzung und gegen die Verächter von Zivilität erhebt, um den rassistischen Nationalismus in die Schranken weisen zu können. Der Rechtspopulismus ist für Prantl unumstritten ein Angriff auf den Rechtsstaat. Es liegt nun an der Demokratie, leidenschaftlich zu zeigen, wie wehrhaft sie tatsächlich ist.
Donnerstag, 30. November 2017
Rezension zu J.D. Vance: Hillbilly Elegy
Vance, J. D. (2016), Hillbilly Elegy. A Memoir of a Family and Culture in Crisis, Harper.
Rezension
Autor: Helge Wilhelm
“Hillbilly Elegy” ist ein sehr facettenreiches Buch über die “white working class” in den Vereinigten Staaten und gibt einen sehr genauen und sehr persönlichen Einblick in die Gedanken- und Lebenswelt einer Kultur und gesellschaftlichen Schicht, von der Vance sagt, sie befinde sich in einer tiefen Krise.
Vance verfolgt drei unterschiedliche Handlungsstränge in seinem Buch. Erstens einen biografischen Teil über seine Familie und Angehörigen, in dem er schonungslos über Gewalt, familiäre Zerrüttung, Drogenmissbrauch, ökonomische Unsicherheit und Abstieg sowie eine schwerwiegende Segregation der „Hillbillies“ vom Rest der amerikanischen Gesellschaft spricht.
Zweitens einen autobiografischen Teil über sein eigenes Leben. Wie er es erlebte, in dieser Welt aufzuwachsen, über seine Beziehung zu seiner drogensüchtigen Mutter und seine Beziehung zu seinen Großeltern, von denen er sagt, sie hätten ihm wohl das Leben gerettet, und ohne deren Einfluss er wohl so geendet wäre wie so viele aus seinem Umfeld. Im Gefängnis, mit unehelichen Kindern schon im Teenageralter, ohne Schulabschluss und ohne Perspektive dieses Leben eines Tages hinter sich lassen zu können.
Drittens untermauert er viele seiner Geschichten und Anekdoten aus seinem Leben mit Zahlen und Statistiken, um aufzuzeigen, dass es sich hier um ein Problem nicht nur einiger weniger „Versager“ handelt, sondern um ein Problem, das weite Teile der amerikanischen Unterschicht betrifft und sich über Generationen hinweg zu tradieren scheint, und das ohne Aussicht auf Besserung. In diesem eher sachlich gehaltenen Teil zeigt Vance auf, dass wenn sich Amerikas Gesellschaft nicht einigen sehr unangenehmen Wahrheiten zu stellen bereit ist, Donald Trump nur ein geringfügiges Symptom einer beispiellosen Erosion weiter Teile der Gesellschaft sein wird.
Rezension
Autor: Helge Wilhelm
“Hillbilly Elegy” ist ein sehr facettenreiches Buch über die “white working class” in den Vereinigten Staaten und gibt einen sehr genauen und sehr persönlichen Einblick in die Gedanken- und Lebenswelt einer Kultur und gesellschaftlichen Schicht, von der Vance sagt, sie befinde sich in einer tiefen Krise.
Vance verfolgt drei unterschiedliche Handlungsstränge in seinem Buch. Erstens einen biografischen Teil über seine Familie und Angehörigen, in dem er schonungslos über Gewalt, familiäre Zerrüttung, Drogenmissbrauch, ökonomische Unsicherheit und Abstieg sowie eine schwerwiegende Segregation der „Hillbillies“ vom Rest der amerikanischen Gesellschaft spricht.
Zweitens einen autobiografischen Teil über sein eigenes Leben. Wie er es erlebte, in dieser Welt aufzuwachsen, über seine Beziehung zu seiner drogensüchtigen Mutter und seine Beziehung zu seinen Großeltern, von denen er sagt, sie hätten ihm wohl das Leben gerettet, und ohne deren Einfluss er wohl so geendet wäre wie so viele aus seinem Umfeld. Im Gefängnis, mit unehelichen Kindern schon im Teenageralter, ohne Schulabschluss und ohne Perspektive dieses Leben eines Tages hinter sich lassen zu können.
Drittens untermauert er viele seiner Geschichten und Anekdoten aus seinem Leben mit Zahlen und Statistiken, um aufzuzeigen, dass es sich hier um ein Problem nicht nur einiger weniger „Versager“ handelt, sondern um ein Problem, das weite Teile der amerikanischen Unterschicht betrifft und sich über Generationen hinweg zu tradieren scheint, und das ohne Aussicht auf Besserung. In diesem eher sachlich gehaltenen Teil zeigt Vance auf, dass wenn sich Amerikas Gesellschaft nicht einigen sehr unangenehmen Wahrheiten zu stellen bereit ist, Donald Trump nur ein geringfügiges Symptom einer beispiellosen Erosion weiter Teile der Gesellschaft sein wird.
Sonntag, 26. November 2017
Paradox des Populismus: Spaltung statt Einheit
Am Beispiel der PiS in Polen macht Reinhold Vetter in seinem Buch "Nationalismus im Osten Europas" (Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2017) auf ein Paradox des Populismus aufmerksam, das alle populistischen Parteien und Politiker betrifft:
Während Kaczynskis Nationalkonservative für sich beanspruchen, die ganze Nation zu vertreten, betreiben sie in Wirklichkeit deren Spaltung, und nicht nur die der Nation, sondern auch des Staatsvolks und der Gesellschaft insgesamt. Dabei werden unterschiedliche Wertvorstellungen, differierende Meinungen sowie die Verschiedenheit der Lebensentwürfe und Handlungsmuster künstlich überhöht und zu quasi Bürgerkriegsfronten erklärt. (S. 56)
Samstag, 25. November 2017
Der Erfolg der Rechtspopulisten in Österreich – Die FPÖ
In den letzten Jahren haben in Europa viele rechtspopulistische Parteien enormen Zulauf erfahren. Eine dieser rechtspopulistischen Parteien in Europa ist die Freiheitliche Partei Österreichs, die FPÖ, die bereits seit den 1980er Jahren in Österreich eine Konstante im politischen Diskurs darstellt.
Anders als die AfD in Deutschland ist die FPÖ bereits seit langer Zeit in der österreichischen Politik aktiv und führt häufig auch politische Konfliktthematiken an, indem sie provoziert. Durch die Verwendung von Provokationen und zugespitzten Äußerungen konnte die FPÖ in der österreichischen Politik erfolgreich etabliert werden.
Ein ehemaliger führender FPÖ-Politiker, der als Kommunikationstalent der Partei galt, war Jörg Haider. Er konnte durch seine provokativen Aussagen die FPÖ zu großen Erfolgen und enormer Popularität führen. Doch auch nach Haiders Unfalltod 2008 erzielte die Partei noch große Erfolge, da sie weiterhin viele Wählerstimmen für sich gewinnen konnte.
Vor wenigen Wochen, im Oktober 2017, fanden vorgezogene Neuwahlen zum Nationalrat statt. Bei diesen Wahlen erhielt die FPÖ mit ihrem Vorsitzenden Heinz-Christian Strache 26% der Wählerstimmen und erreichte somit das historisch zweitbeste Ergebnis der Partei.
Es zeigt sich, dass die FPÖ aktuell immer noch sehr erfolgreich ist und eine große Wählerschaft besitzt. Aus diesem Grund stellt sich die Frage, wie die FPÖ so erfolgreich werden konnte, welche Strategien innerhalb der Partei und welche Strukturen in Österreich genutzt werden, um Erfolg zu haben. Außerdem werden zusätzlich mögliche Gegenstrategien genannt, um den Erfolg der FPÖ zu verhindern. Im Folgenden wird versucht die soeben gestellten Fragen zu beantworten.
Zu Beginn wird ein Blick auf die Parteigeschichte der FPÖ geworfen. Anschließend geht es um die Auswirkungen des Aufstiegs der FPÖ für Österreich. Darauffolgend werden die kommunikativen Erfolgsstrategien der Partei erläutert. Im Fokus des nächsten Abschnittes stehen die Erklärungsansätze für den Erfolg der FPÖ, hierbei wird besonders auf die strukturellen Gegebenheiten in Österreich geschaut, die der Partei das erfolgreiche Agieren erleichtern. Im vorletzten Passus werden mögliche Gegenstrategien vorgestellt, die auf die FPÖ bezogen sind und die das Ziel haben, deren weiterhin zu erwartende Wahlerfolge zu minimieren. Abschließend folgt ein Fazit, welches die zu Beginn gestellten Fragen beantwortet und einen möglichen Ausblick auf die Zukunft der FPÖ in Österreich gibt.
Anders als die AfD in Deutschland ist die FPÖ bereits seit langer Zeit in der österreichischen Politik aktiv und führt häufig auch politische Konfliktthematiken an, indem sie provoziert. Durch die Verwendung von Provokationen und zugespitzten Äußerungen konnte die FPÖ in der österreichischen Politik erfolgreich etabliert werden.
Ein ehemaliger führender FPÖ-Politiker, der als Kommunikationstalent der Partei galt, war Jörg Haider. Er konnte durch seine provokativen Aussagen die FPÖ zu großen Erfolgen und enormer Popularität führen. Doch auch nach Haiders Unfalltod 2008 erzielte die Partei noch große Erfolge, da sie weiterhin viele Wählerstimmen für sich gewinnen konnte.
Vor wenigen Wochen, im Oktober 2017, fanden vorgezogene Neuwahlen zum Nationalrat statt. Bei diesen Wahlen erhielt die FPÖ mit ihrem Vorsitzenden Heinz-Christian Strache 26% der Wählerstimmen und erreichte somit das historisch zweitbeste Ergebnis der Partei.
Es zeigt sich, dass die FPÖ aktuell immer noch sehr erfolgreich ist und eine große Wählerschaft besitzt. Aus diesem Grund stellt sich die Frage, wie die FPÖ so erfolgreich werden konnte, welche Strategien innerhalb der Partei und welche Strukturen in Österreich genutzt werden, um Erfolg zu haben. Außerdem werden zusätzlich mögliche Gegenstrategien genannt, um den Erfolg der FPÖ zu verhindern. Im Folgenden wird versucht die soeben gestellten Fragen zu beantworten.
Zu Beginn wird ein Blick auf die Parteigeschichte der FPÖ geworfen. Anschließend geht es um die Auswirkungen des Aufstiegs der FPÖ für Österreich. Darauffolgend werden die kommunikativen Erfolgsstrategien der Partei erläutert. Im Fokus des nächsten Abschnittes stehen die Erklärungsansätze für den Erfolg der FPÖ, hierbei wird besonders auf die strukturellen Gegebenheiten in Österreich geschaut, die der Partei das erfolgreiche Agieren erleichtern. Im vorletzten Passus werden mögliche Gegenstrategien vorgestellt, die auf die FPÖ bezogen sind und die das Ziel haben, deren weiterhin zu erwartende Wahlerfolge zu minimieren. Abschließend folgt ein Fazit, welches die zu Beginn gestellten Fragen beantwortet und einen möglichen Ausblick auf die Zukunft der FPÖ in Österreich gibt.
FAZ-Gastbeitrag von Voßkuhle zum Populismus
Die FAZ hat einen äußerst lesenswerten Gastbeitrag des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, veröffentlicht, der - ausgehend von der Populismus-Definition Jan-Werner Müllers - die Erkenntnisse aus dem ersten Teil des Seminars ("Was ist Populismus?") zusammenfasst und um die Perspektive des Verfassungsrechtlers ergänzt: "Ein Populist ist ein Gegner der Demokratie". Voßkuhle nennt fünf grundlegende Unterschiede zwischen Populismus und Demokratie und formuliert folgendes Fazit:
Obwohl Populisten gern und erfolgreich mit demokratischem Vokabular (Volkssouveränität, Volkswille, Repräsentation) hantieren, ist die dahinterstehende Ideologie bei Lichte betrachtet im Kern antidemokratisch. Ihrer Vorstellung, einen demokratischen Willen ohne demokratische Formen zum Ausdruck bringen zu können, liegt bestenfalls ein fataler Irrtum zugrunde; in der Regel handelt es sich um zynische Verschleierungsstrategien, die das wahre Gesicht des aufkommenden Totalitarismus verbergen.
Sonntag, 19. November 2017
Rezension zu Reinhold Vetter: Nationalismus im Osten Europas
Vetter, Reinhold (2017), Nationalismus im Osten Europas. Was Kaczynski und Orban mit Le Pen und Wilders verbindet, Ch.Links Verlag, Berlin (oder als Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Band 10082, Bonn).
Rezension
Autor: Christian Sus
Inhalt des Buches im Überblick
Der Publizist Reinhold Vetter, über viele Jahre Korrespondent in Budapest und Warschau, beschreibt mit seiner Bestandsaufnahme des Nationalismus in Mittel- und Osteuropa die sich verändernde politische und gesellschaftliche Lage. Dabei stehen nationalkonservative, populistische und rechtsradikale Parteien im Zentrum, die schon über politische Macht in Gestalt von Regierungsbeteiligung verfügen.
Ausführlich geht er auf die Situation in den Visegrád-Staaten Polen, Ungarn, Tschechische Republik und Slowakei ein, etwas knapper werden Kroatien, Slowenien und die baltischen Staaten behandelt. Außerdem werden Vergleiche zu nationalistischen Strömungen in den westlichen Ländern der EU gezogen. Er selbst schreibt dazu:
Rezension
Autor: Christian Sus
Inhalt des Buches im Überblick
Der Publizist Reinhold Vetter, über viele Jahre Korrespondent in Budapest und Warschau, beschreibt mit seiner Bestandsaufnahme des Nationalismus in Mittel- und Osteuropa die sich verändernde politische und gesellschaftliche Lage. Dabei stehen nationalkonservative, populistische und rechtsradikale Parteien im Zentrum, die schon über politische Macht in Gestalt von Regierungsbeteiligung verfügen.
Ausführlich geht er auf die Situation in den Visegrád-Staaten Polen, Ungarn, Tschechische Republik und Slowakei ein, etwas knapper werden Kroatien, Slowenien und die baltischen Staaten behandelt. Außerdem werden Vergleiche zu nationalistischen Strömungen in den westlichen Ländern der EU gezogen. Er selbst schreibt dazu:
„... besorgniserregende Nachrichten haben aber schon gezeigt, dass wir es bei dem Erstarken des Nationalismus in Europa keineswegs nur mit einem Phänomen im Osten des Kontinents zu tun haben. Deshalb wird nach der Bestandsaufnahme auch versucht, rechte Parteien in Ost und West miteinander zu vergleichen, ihre Übereinstimmungen und Differenzen zu analysieren“ (S. 10).Den Abschluss des Buches bildet ein Plädoyer dafür, „die dringend notwendige breite öffentliche Debatte über die Zukunft Europas und besonders der Europäischen Union auf jeden Fall gesamteuropäisch zu führen“ (S. 11). Reinhold Vetter referiert in diesem Zuge einige Anregungen von Wissenschaftlern (wie z.B. Jan-Werner Müller), Publizisten und auch eigene Positionen.
Samstag, 18. November 2017
Rückblick auf den Vortrag von Thomas Greven zum Rechtspopulismus in den USA
Thema des Vortrags:
„Rechtspopulismus und autoritärer Nationalismus in Europa und den USA“
Populismus – Versuch einer Definition
- „Wir gegen Sie“ – aggressive Frontstellung Volk gegen „korrupte“ Elite.
- Anti-Pluralismus – Die Behauptung wird aufgestellt: Homogenität des Volkes.
- Angst und Wut – Genutzt werden Verunsicherung, Provokation und Tabubrüche.
- Bestimmte Elemente, die oben genannt wurden, findet man im täglichen politischen Geschäft wieder, die Populisten treiben dies jedoch auf die Spitze.
Der Linkspopulismus richtet sich nach Fragen der sozialen Ungleichheit zwischen dem Volk und den Eliten. Als Beispiel nennt Dr. Greven die 99%-Politik von Bernie Sanders, unter welchem er in den 1990er Jahren in dessen Büro gearbeitet hatte. Die 99% stellen das Volk dar, das eine Prozent die Elite. Den 99% wird von Sanders eine Homogenität unterstellt, was natürlich nicht der Realität entspricht, doch um die Massen zu mobilisieren, greift Sanders auf populistische Rhetorik zurück und spricht somit für das gesamte Volk (bis auf die Eliten).
Das zentrale Element der Rechtspopulisten ist die Abgrenzung bzw. der Ausschluss von „Anderen“. Dabei handelt es sich um eine horizontale Frontstellung. Dieser Ausschluss wird bei Rechtspopulisten schnell rassistisch oder völkisch. Ist das der Fall, spricht man von Extremismus.
Laut Greven sind die Populisten leider oft erst als Populisten zu enttarnen, wenn sie bereits im Amt sind und es zu spät ist.
Mittwoch, 8. November 2017
Vortrag zum Populismus am 14.11.17 in Stuttgart
In Kooperation mit dem DAZ (Deutsch-Amerikanisches Zentrum) bietet die KAS (Konrad-Adenauer-Stiftung) am Dienstag 14.11.2017 um 19 Uhr einen interessanten Vortragsabend mit folgendem Titel an: "Rechtspopulismus und autoritärer Nationalismus in Europa und den USA". Vortragen wird Dr. Thomas Greven vom John F. Kennedy Institut der Freien Universität
Berlin. Er erläutert, so der Ankündigungstext, "die Ursachen und Auswirkung von Populismus in der
Politik". Auf der KAS-Website findet sich folgende Beschreibung:
Trotz einiger Rückschläge bei Wahlen bedrohen Rechtspopulisten die Fundamente und Institutionen der liberalen, rechtsstaatlichen Demokratien und pluralistischen Gesellschaften weiterhin. Neben nationalspezifischen Gründen für den Aufstieg von autoritären Nationalisten ist ein gemeinsamer Nenner der Unmut von Menschen, die sich von der sozial unregulierten Globalisierung (u. a. Handel, Finanzmarkt, Immigration) und/oder von Prozessen kulturellen Wandels (u. a. Feminismus, gesellschaftliche Vielfalt) bedroht fühlen. Zudem ist die pessimistische Weltsicht der rechtspopulistischen Politik auf Minderheiten gerichtet und schürt Angst und Wut.
Montag, 6. November 2017
Dienstag, 31. Oktober 2017
APuZ zu Themen rund um Populismus
Die aktuelle Ausgabe 44-45/2017 der Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" (APuZ) befasst sich mit Themen, die für das Seminar zum Rechtspopulismus von Interesse sind. Die Kurzbeschreibung auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) lautet:
Die Art und Weise, wie Politik gemacht und über Politik geredet wird, scheint gegenwärtig im Umbruch. Im öffentlichen wie auch im wissenschaftlichen Diskurs tauchen vermehrt Begriffe wie "Antipolitik", "illiberale Demokratie", "postfaktisch" oder "Populismus" auf. Vermögen es diese Begriffe – die letztendlich Diagnosen sind –, trennscharf und analytisch genau die Verhältnisse wiederzugeben? Was bedeuten die skizzierten Entwicklungen für die Demokratie und unser gesellschaftliches Zusammenleben, und welche Rolle spielen dabei die Medien? Haben wir es mit neuen Phänomenen zu tun, oder mit alten Sachverhalten in neuem Gewand?Die Ausgabe umfasst die folgenden Aufsätze:
- Reinhard Wolf: Die Selbstgefälligkeit der Intelligenz im Zeitalter des Populismus. Plädoyer für mehr Lernbereitschaft in der Demokratie - In einer immer komplexeren Welt, in der das Internet ideologische "Echokammern" erzeugt, braucht Demokratie eine offenere Diskussionskultur. Gerade die besser Gebildeten müssen künftig mehr tun, um politischem Tribalismus vorzubeugen.
- Oliver Marchart: Liberaler Antipopulismus. Ein Ausdruck von Postpolitik - Populismus wird von Politikern wie Öffentlichkeit gleichermaßen als Bedrohungsszenario gesehen. Dabei bedient sich liberaler Antipopulismus nicht selten ebenfalls populistischer Muster und kann damit mindestens so gefährlich werden wie Populismus selbst.
- Thorsten Faas, Jürgen Maier, Michaela Maier, Simon Richter: Populismus in Echtzeit. Analyse des TV-Duells und des TV-Fünfkampfs im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 - Am Beispiel des TV-Duells und des TV-Fünfkampfs aus dem Bundestagswahlkampf 2017 wird in diesem Beitrag untersucht, wie hoch der Anteil populistischer Aussagen in den beiden Diskussionsrunden war und wie das Publikum darauf reagierte.
- Paula Diehl: Antipolitik und postmoderne Ringkampf-Unterhaltung - Essay - Donald Trumps Tweets verschieben die Grenzen zwischen Politik und Entertainment, Privatem und Öffentlichem sowie Realität und Fiktion. Sie sind antipolitisch, und sie sind unterhaltsam. Was verrät ein solches Phänomen über die heutige politische Kultur?
- Gary S. Schaal, Dannica Fleuß, Sebastian Dumm: Die Wahrheit über Postfaktizität - Politik als "postfaktisch" zu bezeichnen, war im vergangenen Jahr diskursiv überaus erfolgreich. Worin liegt der Erfolg begründet? Und warum wird öffentlich meist ein thematisch "einheitlicher" Diskurs unterstellt, wenn er sehr heterogene Themen verbindet?
- Michael Krennerich: Mehr als Imitation. Auch Autokraten lassen wählen - Nicht nur in Demokratien wird gewählt, sondern auch in Autokratien. Wahlen lassen sich in dortige Herrschaftspraktiken einbinden und können Bestandteil einer Mischung aus Legitimation, Kooptation und Unterdrückung sein.
Freitag, 27. Oktober 2017
Vortrag von Timothy Garton Ash über Populismus
Der vielfach preisgekrönte britische Historiker Timothy Garton Ash, Professor of European Studies at Oxford University, zählt zu den bedeutendsten Intellektuellen Europas. Vor wenigen Wochen hat er in Harvard einen äußerst interessanten Vortrag (rund 50 min) über Populismus in Europa gehalten:
Donnerstag, 19. Oktober 2017
IPG: "Umgang mit Populisten"
Nach den Bundestagswahlen zieht mit der AfD zum ersten Mal eine rechtspopulistische Partei in den Bundestag ein. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Zeitschrift "Internationale Politik und Gesellschaft" (IPG) in diesem Monat dem Schwerpunkt "Umgang mit Populisten". Länderberichte aus Schweden, der Schweiz, Österreich, Italien und Dänemark, also aus Ländern, in denen schon länger Rechtspopulisten in den Parlamenten vertreten sind, zeigen auf, welche Erfahrungen man dort jeweils im Umgang mit dieser Herausforderung für die liberale Demokratie gemacht hat:
- Jesper Bengtsson: Demontage - Die schwedischen Sozialdemokraten haben eine neue Strategie für den Umgang mit Rechtspopulisten entwickelt.
- Marius Hildebrand: Entzauberung gescheitert - Trotz aller Gegenstrategien: An der Schweizerischen Volkspartei führt kein Weg vorbei.
- Michael Braun: Rechts außen in der ersten Liga - In Italien gehören die Rechtspopulisten der Lega Nord längst zum Establishment.
- Barbara Tóth: Rechts entlang, bitte - Wie die Rechtspopulisten in Österreich die gesamte politische Kultur verändert haben.
- Clemens Bomsdorf: Alternativen für Deutschland - Wie Sozialdemokraten in anderen europäischen Parlamenten mit Rechtspopulisten umgehen: Beispiel Dänemark.
Montag, 16. Oktober 2017
Die Identitäre Bewegung – Rechtsextremisten im populistischen Schafspelz?
Das Ergebnis der Bundestagswahl vom 24. September 2017 ist ein historisches. Mit 12,6 Prozent der Stimmen zieht erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine rechtspopulistische Partei in das Parlament ein und ist mit diesem Ergebnis die drittstärkste Partei nach SPD und CDU. Von besonderer Brisanz ist dabei, dass die Partei auch extrem rechte Lager vertritt. Dies entfacht sowohl im wissenschaftlichen Diskurs als auch auf gesellschaftlicher und politischer Ebene eine neue Debatte um den Rechtsextremismus. Dabei ist nicht nur die parlamentarische Bedeutung der AfD zu beachten, sondern auch die Auswirkungen, die das Wahlergebnis auf rechtsextreme außerparlamentarische Strömungen wie die auf Jugendliche ausgerichtete Identitäre Bewegung haben könnte. Diese bezeichnet sich selbst nicht als rechtsextrem, sondern mobilisiert ein Gefühl der Angst vor Überfremdung und vertritt unter einem besorgten, patriotischen Deckmantel rechtsextremes Gedankengut.
Während die Alternative für Deutschland (AfD) dem rechtspopulistischen Spektrum zugeordnet wird, gilt die Identitäre Bewegung als Vertreterin der Neuen Rechten. Ob die Identitäre Bewegung tatsächlich in diesem Bereich anzusiedeln ist und welche Gefahr möglicherweise von ihr ausgeht, soll im Folgenden aufgezeigt werden.
Während die Alternative für Deutschland (AfD) dem rechtspopulistischen Spektrum zugeordnet wird, gilt die Identitäre Bewegung als Vertreterin der Neuen Rechten. Ob die Identitäre Bewegung tatsächlich in diesem Bereich anzusiedeln ist und welche Gefahr möglicherweise von ihr ausgeht, soll im Folgenden aufgezeigt werden.
Sonntag, 17. September 2017
Hörenswerter Vortrag zum Populismus
Der Politikwissenschaftler Hans Vorländer (TU Dresden, also PEGIDA-Land) hat auf der Tagung "Macht und Ohnmacht in der Demokratie" am 12. Juli 2017, veranstaltet von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste und der Demokratiestiftung der Universität zu Köln, einen äußerst hörenswerten Vortrag zum Thema Populismus gehalten. Deutschlandfunk Nova stellt diesen Vortrag (sowie einen weiteren Vortrag von Karl-Rudolf Korte zur Empörungsdemokratie) als Podcast zur Verfügung: "Demokratie unter dem Einfluss von Populismus und 'asozialen Medien'".
Sonntag, 10. September 2017
Podcast zum Rechtspopulismus in Österreich
Mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen in Österreich im Oktober hat SWR 2 Wissen eine Sendung zum Thema Rechtspopulismus in Österreich, also zur FPÖ, veröffentlicht, die man als Podcast nachhören kann (27:35 min): "Rechtspopulismus in Österreich".
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